Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates (WBK-S) hat Mitte August die Vorlage des Bundesrates beraten. Sie sprach sich für die Einführung der Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» aus – nahm dabei aber eine zusätzliche Differenz zur Bundesratsvorlage auf:
• «Professional Master» bei einer eidgenössischen höheren Fachprüfung
• «Professional Bachelor» bei einer eidgenössischen Berufsprüfung
• «Professional Bachelor in [Fachrichtung]» bei einem Abschluss an einer höheren Fachschule mit eidgenössischer Anerkennung
Eine Minderheit wollte am Vorschlag des Bundesrates festhalten, eine weitere lehnte die Titelzusätze generell ab. In der Gesamtabstimmung hat die Kommission die Vorlage mit 9 zu 0 Stimmen bei 3 Enthaltungen angenommen. Damit ist nun der Ständerat am Zug.
FH SCHWEIZ unterstützt das Ziel, die höhere Berufsbildung sichtbar zu machen und ihre internationale Anerkennung zu stärken. Wir sind jedoch überzeugt: Die vorgeschlagenen Titelzusätze sind der falsche Weg.
• Sie bergen das Risiko, mehr Verwirrung als Klarheit zu schaffen – sowohl national wie international.
• Sie widerspiegeln die grosse Vielfalt und Heterogenität der höheren Berufsbildung nur unzureichend.
• Sie könnten zu falschen Erwartungen führen, weil sie suggerieren, Abschlüsse auf gleicher Stufe wie Hochschul-Bachelor oder -Master zu sein.
Stattdessen braucht es aus Sicht von FH SCHWEIZ klare und differenzierte Bezeichnungen, die den Eigenwert der höheren Berufsbildung betonen und gleichzeitig ihre Stärken sichtbar machen.
Die Vorlage wird in den kommenden Wochen im Ständerat behandelt. Dort entscheidet sich, ob die umstrittenen Titelzusätze tatsächlich eingeführt werden. FH SCHWEIZ wird den Prozess eng begleiten und weiterhin dafür eintreten, dass Lösungen gefunden werden, welche die höhere Berufsbildung stärken, ohne dabei neue Missverständnisse zu schaffen.
Die höhere Berufsbildung verdient eine starke Position im Bildungssystem – aber nicht um den Preis von Etiketten, die mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben. FH SCHWEIZ wird sich auch in der parlamentarischen Debatte dafür einsetzen, dass die Sichtbarkeit der Abschlüsse verbessert wird – mit Bezeichnungen, die international verständlich sind und im Inland Akzeptanz finden.
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