«Damit Träume wahr werden, musst du zuerst erwachen»

André Lüthi, CEO der Globetrotter Group, verrät im Interview, wie ihn als Reisemenschen die Krise beschäftigt hat und wovon er in dieser Zeit träumt. Und er erklärt, warum Reiseberaterin oder Reiseberater auch heute noch ein Traumjob sein kann.

André Lüthi ist seit 2013 Verwaltungsratspräsident des Globetrotter Travel Service und CEO der Holding Globetrotter Group. Zu dieser zählen 13 verschiedene Tochterfirmen aus verschiedenen Bereichen der Spezialreisen. Lüthi vertritt die Vision «Reisen statt Ferien» und möchte die Touristen dazu anregen, ihr Konsumverhalten zu überdenken, und das mit Respekt vor fremden Kulturen, Menschen und Natur. Als Weltenbummler lebt Lüthi diese Haltung vor. Er bereiste bereits über 70 Länder, dazu den Himalaya, Sibirien und tiefstes Afrika, samt Kilimandscharo (per Bike!). Immer auf der Suche nach neuen Horizonten. Und obwohl er derzeit seine Holding durch eine der schwierigsten Krisen steuern muss, wird er am 7. FH-Forum unter dem Titel «Unser Nachwuchs» Ende Juni teilnehmen.

 

Sie sind als Gast in einer Gesprächsrunde an unserem FH-Forum zum Thema «Unser Nachwuchs» im Juni dabei. Warum liegen Ihnen die Nachwuchsförderung und die Berufslehre am Herzen?

Für mich war die Berufslehre nebst dem Reisen die beste Lebensschule. Anpacken, arbeiten und mit einem kleinen Lohn das Leben bestreiten. Die Nachwuchs­förderung ist das A und O unserer Zukunft – eine so­ziale und gesellschaftliche Verantwortung, die alle in ­irgendeiner Form wahrnehmen müssen. 

 

Die Reisebranche ist bekannt als wirtschaftlich «hartes Pflaster». Die Corona-Krise hat sie zudem sehr stark getroffen. Warum würden Sie jungen Menschen trotzdem raten, einzusteigen?

Die Zeit kommt, in der wir wieder in einer Normalität leben können. Zurück in dieser Normalität werden sehr viele Menschen ihre Sehnsucht nach fremden Ländern und Kulturen stillen wollen. Wer in der Reisebranche überlebt, gut positioniert ist und eine Top-Dienstleistung erbringt, der hat sehr wohl eine erfolgreiche Zukunft. Der Beruf der Reiseberaterin oder des Reiseberaters ist für Menschen, für welche das Reisen das beste Studium ist, der Traumberuf.

 

Sie sind jemand, der «seinen Traum lebt». Würden Sie das auf jeden Fall auch jungen Menschen empfehlen? 

Unbedingt. Doch wenn du willst, dass deine Träume wahr werden, musst du zuerst erwachen ... Es braucht den Mut, auf Bauch und Herz zu hören – respektive zu vertrauen. Und das lohnt sich definitiv immer im Leben. 

 

Auch Sie persönlich wurden während der Pandemie in Ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Wie hat sich das auf Sie ausgewirkt? Haben Sie gelitten?

Erstaunlicherweise nicht. Die Aufgaben und Herausforderungen für uns als Unternehmen waren so gross und beanspruchend, dass fast keine Zeit zum Leiden blieb. Und ich hatte ja das Glück, dass ich in den letzten 30 Jahren sehr viel reisen durfte. Dafür bin ich ewig dankbar. 

 

Wovon «träumen» Sie in dieser speziellen Zeit – im Unterschied zu sonst?

Dass sich die Situation so schnell wie möglich normalisiert und viele, viele Menschen, die weltweit im Tourismus arbeiten, wieder ihrer Arbeit nachgehen können.

 

Was werden Sie als Erstes wieder tun, wenn unbeschränktes Reisen möglich ist?

Durchschnaufen. Danach mitgestalten, dass unser Unternehmen wieder funktioniert wie vor der Pandemie. Und dann eine längere Reise ins Auge fassen ...

 

Haben Sie ein Traumziel, welches Sie unbedingt einmal besuchen möchten?

Ja, aber das verrate ich nicht (lacht).

 

Dieser Artikel erschien als Erstpublikation im Magazin INLINE vom Mai 2021.

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