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Reality Check: Hält dein Wunscharbeitgeber, was er verspricht?

Das LinkedIn-Profil glänzt und im Stelleninserat klingt jede Position nach absoluter Erfüllung. Doch wie viel Realität steckt dahinter? Finde heraus, ob dein potenzieller Arbeitgeber seine Versprechen hält und du langfristig glücklich wirst in der Position.


Die Lücke zwischen Erwartungen und Realität vergrössert sich. Das liegt nicht etwa an höheren Erwartungen der Talente, sondern vielmehr an fehlender Umsetzung von Versprechen der Unternehmen. Das ergibt die aktuelle Randstad Employer Brand Studie. Darauf legen Arbeitnehmer*innen am meisten Wert:

  1. ein angenehmes Arbeitsklima mit 65 %,
  2. eine gute Work-Life-Balance (65 %)
  3. wettbewerbsfähiges Gehalt und Sozialleistungen (60 %)
  4. Arbeitsplatzsicherheit (59 %) und
  5. Chancengleichheit (51 %)

Die erfüllt ihr Arbeitgeber aktuell nicht oder nicht ausreichend. Das führt zu Unzufriedenheit im Job und erhöht die Kündigungsbereitschaft. 

Der Generationen-Gap: Karriere vs. Sicherheit

Genauer hingesehen, gibt es bei den Erwartungen wesentliche Unterschiede zwischen den Generationen. Gen Z und Millennials (die 20- bis 40-Jährigen) legen neben Erholung einen starken Fokus auf ihre berufliche Entwicklung, kontinuierliches Lernen und Karrieresprünge. So ist beispielsweise für 57 % der Gen Z die Möglichkeit zur Karriereentwicklung ein entscheidender Faktor bei der Jobwahl.

Bei der Gen X und den Babyboomern stehen hingegen Gehalt, Arbeitsplatzsicherheit und Stabilität stark im Vordergrund. Die Bedeutung der Arbeitsplatzsicherheit steigt von 54 % bei der Gen Z auf ganze 68 % bei den Babyboomern. Auch das Gehalt wird im Alter relevanter: Während es bei der Gen Z für knapp 50 % entscheidend ist, liegt der Wert bei der Gen X und den Boomern bei rund 67 %.

Doch wie findest du heraus, ob deine Erwartungen und die Versprechen des Unternehmens auch wirklich zutreffen? 

Fünf Tipps für den Reality-Check im Bewerbungsprozess

1. Arbeitsklima: Schau hinter die Kulissen


Das Arbeitsklima steht mit 65 % ganz oben auf der Wunschliste. Ein freundliches Lächeln im Interview reicht aber nicht als Beweis. Achte genau darauf, wie die Mitarbeitenden untereinander umgehen. Wie wirst du am Empfang begrüsst? Wie sprechen die Interviewer*innen miteinander – herrscht eine strikte Hierarchie oder spürt man Augenhöhe?

Deine Frage im Interview: Wie feiert das Team Erfolge und wie wird mit Fehlern umgegangen? Können Sie mir ein konkretes Beispiel aus den letzten zwei Monaten nennen? Wenn hier gestottert wird, ist die Fehlerkultur oft nicht so rosig wie behauptet.

Reality-Check: Frag nach einem Schnuppernachmittag oder einem kurzen Kennenlernen mit dem zukünftigen Team ohne die Führungskraft. Da bekommst du einen echten Einblick.

2. Work-Life-Balance: Frag nach den Systemen, nicht nach Philosophie


Viele Unternehmen werben mit flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice. Doch die Realität sieht oft so aus, dass am Sonntagabend um 22:00 Uhr noch Mails vom Chef eintrudeln.

Deine Frage im Interview: „Wie wird die Arbeitszeit erfasst und wie wird mit Überstunden umgegangen? Gibt es Kernarbeitszeiten oder klare Regeln für die Erreichbarkeit?“ Die Antwort zeigt dir sofort, ob deine Erholung wirklich respektiert wird.

Reality-Check: Schau dir die Reaktionszeiten während des Bewerbungsprozesses an. Bekommst du am Wochenende oder spätabends Feedback? Das kann ein Indikator für die gelebte Kultur sein.

3. Karriere und Weiterentwicklung: Verlange konkrete Pfade


Im Interview wird gerne versprochen, dass dir alle Türen offen stehen. Wenn ein Unternehmen deine Entwicklung tatsächlich fördern will, hat es Strukturen dafür.

Deine Frage im Interview: Wie sieht ein typischer Entwicklungspfad für diese Position in den nächsten drei Jahren aus? Welche Weiterbildungsmassnahmen wurden für die Position als Letztes bewilligt?

Reality-Check: Wenn das Gegenüber konkrete Beispiele oder einen strukturierten Prozess (z. B. HR-Entwicklungsgespräche) nennen kann, meint es das Unternehmen ernst.

4. Gehalt und Sicherheit: Fakten statt vager Versprechungen


Transparenz ist hier das Stichwort. Ein zukunftsorientiertes Unternehmen druckst beim Thema Geld und Sozialleistungen nicht herum.

Deine Frage im Interview: Wie definiert sich die Gehaltsstruktur in Ihrem Unternehmen und welche Kriterien entscheiden über eine Gehaltsanpassung? Wie stabil hat sich die Abteilung in den letzten Jahren entwickelt? Gab es Abgänge?

Der Reality-Check: Achte auch auf die Pensionskassenleistungen (PK). Ein moderner Arbeitgeber bietet oft verschiedene Beitragspläne an oder übernimmt mehr als das gesetzliche Minimum – das ist gelebte Vorsorge und zeigt, wie viel Wert dem Personal beigemessen wird.

5. Chancengleichheit und Kultur: Achte auf die Details


Ein moderner Arbeitgeber spiegelt Chancengleichheit in seiner gesamten Kommunikation und Struktur wider. Gute Arbeitgeber verstecken sich hier nicht hinter Floskeln, sondern nennen konkrete Massnahmen oder gestehen offen ein, an welchen Baustellen sie gerade arbeiten.

Deine Frage im Interview: Wie stellen Sie im Arbeitsalltag sicher, dass unterschiedliche Perspektiven gehört werden und alle die gleichen Aufstiegschancen haben? Gibt es Initiativen oder Kennzahlen zu Diversity & Inclusion, die Sie aktiv verfolgen?

Der Reality-Check: Wirf einen Blick auf die Website und das Management-Team. Ist die Führungsebene divers besetzt? Wie divers war das Panel, das dich interviewt hat?

Keine Angst vor Fragen

Auch Arbeitgeber sind daran interessiert, dass du langfristig im Unternehmen bleibst. Scheu dich also nicht die Fragen zu stellen, die dir zeigen, ob der Arbeitgeber zu deinen Vorstellungen passt. Ein Unternehmen mit echtem Employer Branding, hält, was es verspricht und wird deine Fragen als Zeichen von echtem Interesse werten.

Vertrau auf dein Bauchgefühl, kombiniere es mit unseren Tipps und finde den Job, der nicht nur auf dem Papier zu dir passt, sondern auch im echten Leben.

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