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«Mit Selbstvertrauen in die Bewerbung»

Mit dem Career Services Netzwerk Schweiz baut Marcel Hirsiger Brücken beim Übergang vom Studium in die Berufswelt. Er sagt im Interview, welche Vorteile FH-Absolvent:innen haben.

Herr Hirsiger, ist der Berufseinstieg für Hochschulabsolvent:innen heute komplizierter als früher?

Marcel Hirsiger: Der Berufseinstieg eröffnet heute sicherlich mehr Möglichkeiten, was einerseits vorteilhaft ist, andererseits aber auch mehr Unsicherheiten mit sich bringt. Studierende verfolgen dabei ganz unterschiedliche Strategien, von Zwischenjahren über Trainee-Programme bis hin zum Einstieg in eine offene und ausgeschriebene Stelle. Die Coronakrise hat zudem viel Verunsicherung gebracht, obwohl inzwischen der Arbeitsmarkt wieder deutliche Anzeichen einer Erholung zeigt.

 

Wie unterstützt CSNCH die Absolvent:innen genau? Wie kann man sich das vorstellen?

CSNCH verbindet als Netzwerk die Career Services von beinahe allen Schweizer Hochschulen; derzeit sind 28 Institutionen vertreten, sowohl von Fachhochschulen als auch von Universitäten. Wir fördern die Professionalisierung unserer Angebote, entwickeln aber auch neue Leistungen für unsere Studierenden. So führen wir etwa die Lange Nacht der Karriere durch, in welcher in einer lockeren Atmosphäre Themen rund um Bewerbung und Berufseinstieg angesprochen werden. Das Netzwerk bietet dabei einen hochprofessionellen Rahmen für die Entwicklung von Standards und Best Practices.

 

Die Hürde vom Studium in den Arbeitsmarkt ist für Uni-Abgänger ohne Arbeitserfahrung eher höher als für FH-Absolvent:innen. Was geben Sie insbesondere Letzteren mit auf den Weg?

FH-Absolvent:innen dürfen durchaus mit einem gesunden Selbstvertrauen in den Bewerbungsprozess gehen. Sie verfügen über eine qualitativ hochwertige Ausbildung, gleichzeitig aber eben auch über eine entsprechende Arbeitserfahrung. Dies ist für Unternehmen von grosser Bedeutung und macht sie deshalb auch begehrt. Hinzu kommt, dass der praktische Bezug in einem FH-Studium immer im Vordergrund steht.

 

Warum engagieren Sie sich persönlich für das Netzwerk?

Das Netzwerk ist eine einzigartige Möglichkeit, sich mit Kolleg:innen von anderen Career Services auszutauschen und von ihren Erfahrungen zu profitieren. Dies wirkt sich auch in unserer eigenen Arbeit aus, wo wir auf etabliertes Wissen von anderen Schweizer Hochschulen zurückgreifen können. Zudem scheint mir wichtig, dass in einem solchen Netzwerk auch die Sicht der Fachhochschulen genügend Gehör findet.

 

Was bleibt Ihnen speziell von Ihrem eigenen Berufseinstieg haften?

Mein eigener Berufseinstieg war, wie auch die spätere Karriere, eher atypisch. Genau darin lag der Reiz: sich immer dann neu zu erfinden, wenn es nötig war oder wenn ich Lust darauf hatte. Diese Anpassungsfähigkeit hat sich durch meinen eigenen Werdegang durchgezogen und durchaus Spass bereitet. Im Rückblick war der Einstieg dann aber wohl weniger spektakulär als während des Studiums gedacht: Mit der Karriere hat der eigentliche Lernprozess überhaupt erst begonnen. 

 

Dieser Beitrag ist als Erstpublikation im INLINE November 2021 erschienen.

ZUR PERSON

Marcel Hirsiger (43) studierte Betriebsökonomie an der FHNW sowie Osteuropastudien und World Arts an den Universitäten Bern und Fribourg. Er arbeitet heute als Dozent für BWL und Kontextfächer an der Hochschule für Wirtschaft FHNW und leitet das Career Services Netzwerk Schweiz. In diesem sind die Career Services der Schweizer Hochschulen zusammengeschlossen. Sein beruflicher Werdegang führte ihn vom Controlling einer internationalen Industrieunternehmung über die Geschäftsfeldentwicklung eines Handelsbetriebs zurück an die Hochschule.

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