Nach seiner Ausbildung als Hochbauzeichner merkte Jakob Näf schnell: Gestaltung interessiert ihn mehr als Planung. Auf der Suche nach einer beruflichen Neuausrichtung erfuhr er während dem gestalterischen Vorkurs vom Studiengang in wissenschaftlicher Illustration in Luzern. Schnell wurde ihm klar, dass sein Weg in diese Richtung führen würde.
Während des Studiums beschäftigte er sich aus persönlichem Interesse bevorzugt mit geschichtlichen Themen, was ihn schliesslich zur Archäologie brachte. Nach dem Abschluss fasste er als wissenschaftlicher Illustrator Fuss in der archäologischen Berufswelt und ist ihr bis heute treu geblieben. Sein Fokus liegt heute auf archäologischen Themen: Von klassischen Funddokumentationen über die Gestaltung von Papers und Berichten bis hin zu wissenschaftlichen Publikationen und der Wissensvermittlung im Museum. Trotz der Digitalisierung, die auch vor der traditionsbewussten Archäologie nicht haltmacht, bleibt das analoge Zeichnen für ihn zentral. So setzt er immer wieder auch Projekte ausserhalb der wissenschaftlichen Illustration um, die dieser Tätigkeit genügend Raum geben.
Zur Website www.jakobnaef.ch
In meinem Berufsalltag arbeite ich viel mit Wissenschaftler:innen zusammen. Die
Herausforderung dabei ist, komplexe Sachverhalte in möglichst verständlicher und
ästhetisch ansprechender Form wiederzugeben. Da wir von der öffentlichen Hand
finanziert werden, ist es auch wichtig, Inhalte für alle Bürger:innen zugänglich zu machen.
Am besten gelingt mir das, indem ich neben den gestalterischen Fähigkeiten auch mein
Fachwissen immer weiterentwickle.
Durch meine Tätigkeit in der Archäologie komme ich mit sehr alten Objekten in Kontakt. Ich bin immer wieder fasziniert von Designs, die bereits vor Jahrtausenden entstanden sind. Der Wunsch nach Ästhetik war schon immer vorhanden und das stimmt mich zuversichtlich für die Zukunft. Mich inspiriert aber auch der Zufall. In der Gestaltung sollte immer genug Platz für Zufälle sein. Daraus kann Neues entstehen.
Im Museum für Archäologie in Frauenfeld wird die Dauerausstellung überarbeitet. Ich durfte dafür ein ein wandfüllendes Bild vom Innenraum eines Pfahlbaugebäudes gestalten. Es ist schön zu sehen, wie gut sich Illustrationen für den Museumskontext eignen. So wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch ein lebendiger Einblick in die Vergangenheit ermöglicht. Das funktioniert für Kinder genauso wie für Erwachsene.
Die hier porträtierten Illustrator:innen sind FH-Absolvent:innen und Mitglied bei www.illustratoren-schweiz.ch. Der Verein Illustratorinnen und Illustratoren Schweiz macht professionelle Illustration zugänglich und fördert die Vernetzung. Die Interviews sind erstmals als Teil der Porträtserie «Meet the Members» von Illustrator:innen Schweiz entstanden.