Im Ausland wird meist nur der akademische Weg – Gymnasium, Matura/Abi und Studium – angeboten um einen guten Abschluss und danach sogar ein Doktorat zu erreichen. Unser duales Bildungssystem in der Schweiz ist aber einzigartig und eine Lehre ist oft nach der obligatorischen Schule der perfekte Startpunkt um danach ein FH Studium zu absolvieren. Leider ist aber oft Schüler:innen, Eltern aber auch Berufsbildner:innen oder HR Verantwortlichen nicht bewusst, dass nach so einer Lehre es unsere Bildungslandschaft erlaubt zahlreiche verschiedene Studiengänge (Bachelor, Master) und Weiterbildungen zu absolvieren, um dann schliesslich sogar den höchsten akademischen Grad anzutreten: das Doktorat. Da möchte ich aufklären und informieren. Zudem setze ich mich für mehr anwendungsorientierte Dozierende (FH Absolventen) an den Fachhochschulen (FH) ein und dass die FH eigene Doktorate (den sogenannten 3. Zyklus) vergeben dürfen.
Ich war schon immer von elektronischen Geräten (TV, Radio, Funk, Schaltungen, Robotern, Rechnern etc.) begeistert und es war mein grosses Hobby zu basteln. Meine Eltern waren beide im Lehrerberuf tätig, mein Vater sogar als Prorektor an der Kantonsschule (Gymnasium) und so war es eigentlich klar dass ich die „Kanti“ und die Matura machen soll um danach an einer Uni zu studieren. Das ging mir aber viel zu lange, ich wollte sofort mein Hobby zum Beruf machen und mich täglich mit Elektronik beschäftigen. So durfte ich unter einer Bedingung den Beruf Elektroniker erlernen (und dafür bin ich meinen Eltern noch heute dankbar, dass ich diesen Weg gehen durfte): Ich musste versprechen nach der Lehre sofort das Studium zum Elektroingenieur an einer Fachhochschule zu absolvieren. Mein Hobby wurde so zu meinem Beruf und ich habe nur positive Erinnerungen dazu.
Eigentlich keine denn ich hatte viel Interesse und Begabung an Physik, Mathematik und Elektrotechnik. Natürlich gab es auch für mich schwierigere Fächer wie Chemie oder Fremdsprachen („wo ist da die Logik?“...). Aber die Studienzeit zum Bachelor war eine sehr schöne Zeit mit vielen guten Begegnungen die bis heute anhalten. Wegen meinem Job und Führungsaufgaben gingen die Nachdiplomstudien dann in Richtung Betriebswirtschaft (Masterstudien zum Wirtschaftsingenieur FH und E-MBA FH und danach das Doktorat DBA).
Unser Verein DBA-AS (Doctor of Business Administration – Association Switzerland) setzt sich für den 3. Zyklus (Doktorate) an Fachhochschulen ein. Als Vorstandsmitglied, aber auch privat, ist es mir ein Anliegen Schüler:innen, Eltern aber auch Berufsbildner:innen und HR Verantwortliche über diese Möglichkeit aufzuklären: Es gibt neben Gymnasium, Matura und Unistudium noch einen anderen Weg, der führt von der Berufslehre über die BMS (Berufsmatura) zum FH Studium und allenfalls dann auch noch bis zum Doktorat. An den SwissSkills konnte ich genau diesen, an der Praxis orientierten, Weg allen Besucherinnen und Besucher aufzeigen: Es gibt viele gute Gründe zuerst einen Beruf zu erlernen um danach zu studieren. Zumindest in der Schweiz stehen dazu alle Türen und Möglichkeiten offen.
Erläuterung: Der Doctor of Business Administration (DBA) ist ein akademischer Abschluss und entspricht dem höchsten Grad der universitären Managementausbildung. Es ist der nächsthöhere Abschluss nach dem Master und erfordert weitere 180 ECTS-Punkte – der Aufwand ist also beträchtlich. Die Doktorierenden sind meistens in Führungspositionen tätig und wollen sich mit dem Studium zu einem Forschungsthema aus dem eigenen Berufsfeld weiteres Know-how aneignen. Um zum DBA-Studium zugelassen zu werden, sind Abschlüsse an einer anerkannten tertiären Bildungseinrichtung im Umfang von total rund 300 ECTS Voraussetzung.
Als Unternehmer, Verwaltungsrat, Berater, Investor und Dozent an der FH möchte ich mein Fachwissen an die junge Generation weitergeben und unser Bildungssystem stärken. Ich setze mich speziell für mehr anwendungsorientierte Dozierende (FH Absolventen) sowie den 3. Zyklus an der FH (FH Doktorate) ein.Mehr zu Dr. Johannes MĂĽller
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