Gegen den Fachkräftemangel in der Pflege

Yvonne Indermühle
Mitglied Vorstand FH SCHWEIZ, Ressort Bildungspolitik
  • 14.11.2022
  • 2 min
Die Umsetzung der vom Volk angenommenen Initiative «Für eine starke Pflege» startet mit einer Ausbildungsoffensive. Die entsprechende Botschaft hat der Ständerat in der Herbstsession angenommen.

Der Nationalrat wird in der nächsten Session darüber entscheiden. Es soll unter anderem die Zahl der Ausbildungsplätze im Bereich der Pflege an Fachhochschulen erhöht werden. Personen, die eine Pflegeausbildung an einer FH absolvieren, werden bei Bedarf finanziell unterstützt. Doch lösen diese Ausbildungsmassnahmen die akuten Probleme in der Pflege?

Wir haben unsere Mitgliedorganisationen kontaktiert, die Mitglieder mit FH-Abschluss im Bereich der Pflege haben. Wir wollten erfahren, wo ihre Mitglieder Potenzial sehen. Die daraus resultierenden Rückmeldungen decken sich mit den allgemein bekannten Herausforderungen (Fachkräftemangel, Arbeitsbelastungen, Berufsaustritte …) in der Pflege. Folgende Erkenntnisse hat FH SCHWEIZ daraus gezogen:

  • Die praktischen Ausbildungsplätze finanziell mehr unterstützen, um mehr personelle Ressourcen für die Studierenden-begleitung schaffen zu können
  • Mehr Studierende akquirieren für die Studienplätze, um langfristig mehr Personal auf Stationen zu haben und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken (Voraussetzung Pflegefachpersonen bleiben im Beruf)
  • Stärkung der Psychohygiene und Resilienz (in der Ausbildung), um die physisch wie psychisch anstrengende Arbeit meistern zu können
  • Allgemeine Forderung: Das Gesundheitswesen (Arbeitgeber und Sozialpartner) muss neben der Offensive auch die Arbeitsbedingungen und den Berufsalltag attraktiver umgestalten, damit das Geld für die Ausbildung langfristig eine Wirkung zeigt und die Menschen im Beruf bleiben. Die weiteren Inhalte der Pflegeinitiative will der Bundesrat in einer zweiten Etappe behandeln. FH SCHWEIZ wird sich für die FH-Absolvent:innen in der Pflege im Rahmen ihrer Möglichkeiten darum bemühen, dass sich die Situation verbessern wird.

Kommentare