Bipolare Störung – Vom Höhenflug zum Tiefpunkt


Lea Buess | Studentin | HTW Chur28.02.2019

Haben wir uns nicht alle schon einmal schlecht gefühlt? Konnten uns über nichts freuen und dachten, das Leben sei sinnlos? Das alles ist aber total normal, jedem geht es mal nicht so gut. Jeder steckt in seinem Leben hin und da im Loch. Was aber, wenn die Freude und der Mut über Wochen oder Monate nicht mehr zurückkehrt? Was, wenn die depressive Verstimmung anhält und sich irgendwann in eine übersteigerte Euphorie verwandelt? Wenn es kein Zwischendrin mehr gibt. Nur gut und schlecht? Wenn es zu einer Krankheit wird, die meist nur mit Medizin gelindert werden kann? Zu einer bipolaren Störung. Eine psychische Krankheit, die das Leben erheblich einschränken kann.

Bipolar bedeutet Zweipol. Also zwei Seiten, welche sehr extrem sind. Von einem Extrem ins andere also. Die Krankheit hat ihren Ursprung im Hirn und wird durch veränderte Gehirnabläufe ausgelöst. Als Ursache nimmt man nach heutigem Wissensstand eine genetische Veranlagung an. Zusätzlich beeinflussen psychosoziale Faktoren die Ausprägung und den Verlauf der Erkrankung. Ohne Medikamente ist diese Krankheit nicht behandelbar. In der Manie brauchen die Betroffenen Medikamente, um wieder auf den Boden zurückzukommen. In der Depression, um aus dem Tief rauskommen.

 

Man spricht von einer Manie, wenn der Betroffene im Hoch ist und von einer Depression, wenn der Betroffene von einem Hoch in ein Tief fällt. Dazwischen gibt es auch Phasen von Normalität sowie verschiedene Zwischenstufen wie Hypomanie, subdepressive Zustände oder Mischformen.

 

In der Manie fällt der Betroffene beispielsweise in einen Kaufrausch und verpulvert all sein Geld. Zieht nächtelang um die Häuser, von einer Party zur nächsten. Schläft nicht mehr. Strotzt nur so vor Energie und Antrieb. Wie lange so eine Phase andauert, ist von Person zu Person und Phase unterschiedlich. So sind Wochen bis Monate, aber auch kürzere Phasen und ein schnellerer Phasenwechsel möglich.

 

Und plötzlich kehrt sich die Gefühlslage in eine Depression. Dieses Tief wird häufig auch verstärkt durch die Gefühle, die beim Betroffenen aufkommen, wenn sie realisieren, was sie alles angestellt haben in der manischen Phase. Das löst häufig auch Selbstmordgedanken aus. Neben den Medikamenten brauchen die Betroffenen auch Gespräche mit einem Psychiater, der sich mit der Krankheit auskennt. Manchmal trifft Manie und Depression nur einmal auf. Es kann aber auch in Phasen immer wieder kommen, dann wenn der Betroffene das Medikament absetzt, ohne vorherige Absprache mit dem Psychiater.

 

Solche extremen Gefühlsschwankungen können zu grossen sozialen und zwischenmenschlichen Problemen für die Betroffenen und ihre Familien führen. Auch berufliche Folgeprobleme sind oft ein hohes Risiko, da die Krankheit oftmals chronisch verlauft und die Betroffenen durch die wiederholten Krankheitsphasen unfähig sind, ihrer Arbeit nachzugehen.

 

Dieses Video dient zur Veranschaulichung einer Person mit bipolarer Störung. Es zeigt die beiden Seiten der psychischen Krankheit und gibt Einblick in die Gedanken eines Betroffenen. Jürg Huber, ebenfalls Multimedia-Production-Student, hat sich dazu bereit erklärt, diese Rolle zu spielen.

 

Dieser Beitrag wurde als Erstpublikation auf digezz veröffentlicht.

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