Am liebsten würdest du das neue Jobangebot direkt mit deinem Workbestie teilen? Lieber nicht. Das kann euch beide in eine unangenehme Situation bringen. Die Nachricht sollte immer als Erstes bei deiner Führungskraft landen. Danach könnt ihr entscheiden, ob ihr gemeinsam oder du individuell die Kolleg*innen informieren möchtet.
Am besten kündigst du in einem persönlichen Gespräch mit deinem Chef, deiner Chefin. Frage ohne grosse Ausschmückungen, ob sie oder er kurz fünf Minuten Zeit für dich hat. Am besten bringst du zu deiner mündlichen Kündigung direkt das Kündigungsschreiben mit und lässt es dir unterschreiben.
Wenn du schriftlich kündigst, beachte, dass deine Kündigung erst dann rechtsgültig ist, wenn sie beim Arbeitgeber eingetroffen ist – nicht, wenn du sie abschickst.
Du musst nicht warten, bis du komplett weg bist, um dein Arbeitszeugnis zu sehen. In der Schweiz hast du jederzeit das Recht, ein Zwischenzeugnis zu verlangen. Fordere dieses direkt am Tag deiner Kündigung an. Der Vorteil: Da du zu diesem Zeitpunkt noch im Betrieb bist und eine reibungslose Übergabe garantieren willst, ist die Motivation des Arbeitgebers meist höher, dir zeitnah ein sehr gutes und faires Zeugnis auszustellen. Und: Es ist einfacher, über mögliche Änderungspunkte zu sprechen solange du noch im Betrieb bist.
Nach der Kündigung stellt sich schnell die Frage: Was passiert mit meinem Restguthaben?
Für Ferien gilt: Das Schweizer Recht besagt, dass Ferien der Erholung dienen und „in natura“ bezogen werden müssen. Sie dürfen während eines laufenden Arbeitsverhältnisses nicht einfach ausbezahlt werden. Bei einer Kündigung gilt aber: Ist es betrieblich nicht mehr möglich, die Ferien zu nehmen, weil du z.B. noch Projekte abschliessen musst, müssen sie dir mit dem letzten Lohn ausbezahlt werden.
Für Überstunden gilt: Schau unbedingt in deinen Arbeitsvertrag. Laut OR müssen Überstunden mit einem Zuschlag von 25% ausbezahlt oder 1:1 kompensiert werden. Viele Verträge schliessen eine Überstundenvergütung jedoch explizit schriftlich aus. Prüfe das unbedingt vorher, wenn noch Zeit bleibt, die Überstunden abzubauen.
Egal aus welchen Gründen du kündigst, das hier ist dein letzter Eindruck, den du hinterlässt und der bleibt. Arbeite bis zum letzten Tag motiviert mit und erstelle eine saubere Liste: Was ist erledigt? Was ist noch offen? Wer findet was wo? Biete aktiv an, deine Nachfolge einzuarbeiten – niemand kennt die Skills für deinen Job so gut wie du.
Wenn du dich an den Punkten orientierst, braucht dir die Kündigung nicht mehr bevorzustehen. Und denk dran: Eine Kündigung ist kein Drama, sondern die logische Folge deiner beruflichen Weiterentwicklung. Du darfst stolz sein. Und auch wenn das Arbeitsverhältnis nicht mehr das beste war: Geh mit erhobenem Haupt, bleib fair und nimm die guten Kontakte mit in deine Zukunft