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Von furchtlosen Möwen und vielseitigen Konferenz-Beiträgen

Onna Rageth
Absolventin FH GR
  • 02.08.2022
  • 4 min
Vom 12. - 14. Juli fand in der englischen Hafenstadt Falmouth die jährliche "Leisure Studies Association Conference" statt, an der ich meine Master-Arbeit sowie ein aktuelles Projekt im Rahmen meiner Tätigkeit bei der Fachhochschule Graubünden präsentieren durfte.

Als ich im Januar 2019 meine Master-Arbeit im Fach Creative Events Management an der Falmouth University in England einreichte, konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich mehr als ein Jahr später dafür mit dem sogenannten "Sue Glyptis Memorial Award for best postgraduate dissertation in 2020" der Leisure Studies Association mit Sitz in Manchester ausgezeichnet werden würde. Dieser Gewinn war für mich insofern speziell, als dass es eine grosse Auszeichnung bedeutete und ich gleichzeitig an die nächste internationale Konferenz eingeladen wurde, um meine Arbeit vor einem akademischen Publikum zu präsentieren.

Enttäuschung und Chance

Es kam dann leider alles anders: Die Corona-Pandemie verhinderte eine Konferenz im Sommer 2020 und diejenige Mitte 2021 wurde nur online abgehalten. Es sollte nicht sein und meine Enttäuschung war entsprechend gross. Durch den Gewinn erfuhr ich zum ersten Mal von der Leisure Studies Association, welcher ich im September 2020 als Executive Committee Member beitreten konnte. Dies bedeutet, dass ich zweimal jährlich an den Vereinsmeetings teilnehmen und so aktiv an der Weiterentwicklung der Association mitwirken kann. Dies ist nicht nur interessante ehrenamtliche Arbeit, sondern hilft mir auch, mein internationales Netzwerk in demjenigen Bereich weiterzuentwickeln, in dem ich studiert habe.

Die Durststrecke, welche durch die Pandemie ausgelöst wurde, sollte im Juli 2022 nach zwei Jahren Warten endlich beendet sein: die Leisure Studies Association Conference fand ausgerechnet an meiner Alma Mater in der wunderschönen englischen Grafschaft Cornwall statt. Besonders schön für mich war die Tatsache, dass ich nun nicht nur als Gewinnerin des «best postgraduate dissertation prizes in 2020» teilnehmen konnte, sondern auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) der Fachhochschule Graubünden. Dadurch wurde mir ermöglicht, nicht nur über meine Master-Arbeit zu erzählen, welche ich zum Thema «Postgraduate Distance Education and the Challenges of Becoming an Event Designer in the 21st Century» schrieb, sondern ich konnte auch eine aktuelle Überleitung beschreiben: nämlich diejenige zu meiner jetzigen Stelle. Getreu einer Konferenz, an welcher es um die vielen Ausprägungen der Freizeitforschung geht (Tourismus, Events, Community Building und dergleichen), durfte ein entsprechendes Rahmenprogramm nicht fehlen: So gingen die Teilnehmenden zusammen im Hafen von Falmouth schnorcheln oder übten sich im Stand-Up-Paddling (furchtlose und vor allem allseits hungrige Möwen inklusive).

Reallabor im Bergell

Das Thema der Konferenz lautete In Pursuit of Leisure: inequality, storytelling and the meanings of place. Das gesamte Line-up der Konferenz war so mannigfaltig und multikulturell wie die Vortragenden selbst: ich empfand die verschiedenen Vorträge als bereichernd und inspirierend, die vielen klugen Köpfe als motivierend und beflügelnd. Innerhalb meines Vortrags bildete meine Master-Arbeit den Ausgangspunkt, mit dem meine Karriere bei der Fachhochschule Graubünden begann. Dank der während des Studiums gemachten Erfahrungen bin ich mittlerweile in einem herausfordernden und neuartigen Vorhaben Projektleiterin: Das sogenannte «Laboratorio vivente Bregaglia», das Reallabor im italienischsprachigen Bergell, einem Südtal Graubündens, wird offiziell am 5. September 2022 eröffnet, operativ arbeite ich bereits seit dem 1. Mai in Stampa, dem durch die Künstlerdynastie Giacometti bekannten Bergdorf. Dabei handelt es sich um eine Zweigstelle der FH Graubünden in der Alpinen Peripherie. Dafür bin ich extra ins Bergell gezogen, um dem Auftrag des Reallabors (die konsequente Verschmelzung von Theorie und Praxis innerhalb gemeinsamer Forschungsprojekte) gerecht zu werden. Das permanente vor Ort sein ist essenzieller Bestandteil meiner Arbeit am Reallabor, da dadurch gewährleistet wird, dass starke Netzwerke mit der lokalen Bevölkerung geknüpft und durch partizipative Prozesse neue (Forschungs-)Projekte, welche dem gesamten Tal dienen sollen, aufgegleist werden können.

Das Präsentieren meiner Master-Arbeit und eines meiner aktuellen Projekte vor meinen ehemaligen Professoren und Dozentinnen war eine einzigartige Erfahrung und ich kann das Volontieren in einer Vereinigung wie der Leisure Studies Association jedem und jeder empfehlen – die dadurch geknüpften persönlichen Verbindungen zu Expertinnen und Experten des eigenen Feldes sind unersetzlich. 

 

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