«Sprachen bedeuten Vielfalt»

Larissa Stalder ist Head of Sales beim Sprachdienstleister Apostroph Group. Im Interview erklärt sie unter anderem, wie stark künstliche Intelligenz ihre Branche verändert.

Sie sind seit fast vier Jahren in der Branche, dazu weit gereist. Welche Sprachen sprechen Sie?
Larissa Stalder: Ich spreche Deutsch und Englisch, dazu etwas Spanisch und Franz√∂sisch. Doch ich bin eine der wenigen Nicht-Linguistinnen bei einem Sprachdienstleister. Die fachliche Arbeit √ľberlasse ich gerne den Spezialisten. Mein Fokus liegt beim Verkauf und Marketing. Aber ich hatte immer schon Freude an Sprachen. Sie bedeuten f√ľr mich kulturelle Vielfalt und Diversit√§t.

 

Was genau ist Ihre Aufgabe als Head of Sales bei Apostroph?
Durch meine N√§he zu den Key Accounts erfasse ich unter anderem die Bed√ľrfnisse unserer Kunden und leite daraus die richtigen Schl√ľsse f√ľr unsere Firma ab. Diese Arbeit bedingt eine grosse N√§he zum Marketing, weshalb ich auch mit der Projektleitung f√ľr unsere neue Website betraut bin. Zudem ist die Website auch ein relevantes Verkaufstool.

 

Hat die Schweiz aufgrund der Landessprachen einen besonders dynamischen √úbersetzungsmarkt?
Er ist dynamisch und auch sehr interessant. Das h√§ngt mit unserer Mehrsprachigkeit zusammen. Zudem erstreckt sich die Kommunikation der Unternehmen √ľber immer mehr Kan√§le und Formen. So werden zum Beispiel automatisierte Video-Untertitelungen f√ľr So¬≠cial Media oder auch Remote-Verdolmetschungen von Online-Konferenzen wichtiger.

 

Stichwort Google Translator: Welchen Einfluss hat die k√ľnstliche Intelligenz auf Ihr Gesch√§ft?
Einen sehr grossen. Seit etwa 2015 machen maschinelle √úbersetzungssysteme dank Deep Learning grosse Fortschritte. Das hat zur Folge, dass wir von unserer Rolle als reinem √úbersetzungsdienstleister wegkommen, hin zu einem Beratungsunternehmen im Bereich der Sprach¬≠tech¬≠nologie. Auch k√∂nnen wir dank unserer Inhouse-Entwickler eigene maschinelle √úbersetzungssysteme trainieren und den Unternehmen eine individualisierte L√∂sung bieten. Diese Entwicklung hat aber auch zu einer Konsolidierung in der Branche gef√ľhrt, da sich kleinere Agenturen die Investitionen in neue Technologien oft nicht leisten k√∂nnen.

 

Wird die Maschine den Menschen ablösen?
Kurzfristig nicht. Mittel- bis langfristig schliesse ich es nicht aus. Schon heute werden gewisse Texte rein maschinell √ľbersetzt. In den meisten F√§llen aber ist noch eine professionelle Nachbearbeitung n√∂tig. Und gerade im Bereich der Transkreationen, also bei einer sinngem√§ssen √úbertragung einer Marketingbotschaft, sind die Maschinen noch weit davon entfernt. ¬†

 

Zum Schluss weg von den Maschinen, zur√ľck zu Ihnen. Was tun Sie gerne in der Freizeit?
Ich bewege mich gerne. Wenn möglich drehe ich am Morgen meine Joggingrunde. Ansonsten geniesse ich die Natur, etwa auf dem Velo. Zudem steige ich wenn immer möglich in den Ferien auf das Surfbrett und werfe mich in die Wellen. In den letzten Jahren habe ich zudem die Malerei mit Akrylfarbe entdeckt.

 

Dieses Interview ist als Erstpublikation im Magazin INLINE November 2020 erschienen.

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