Alexandre, was hat dich motiviert, FH-Botschafter zu werden?
Ich hatte vor allem den Wunsch, meinen Werdegang mit anderen zu teilen und jungen Menschen zu helfen, die Möglichkeiten, die sich an den Fachhochschulen eröffnen, besser zu verstehen. Ich selbst habe viel von dieser Ausbildung profitiert, sowohl beruflich als auch persönlich, und ich möchte diese Erfahrung weitergeben und zeigen, dass alle ihren Weg finden können, denn es gibt so viele verschiedene Angebote und Studiengänge.
Als ersten Karriereschritt hast du dich für die kaufmännische Berufsmaturität entschieden. Wie ist es dazu gekommen?
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht genau, was ich später machen wollte. Deshalb habe ich mich für die kaufmännische Berufsmaturität entschieden. Es ist eine vielseitige Ausbildung, die es mir ermöglichte, mehrere Wege einzuschlagen und viele Optionen offen zu halten. Im Laufe der Ausbildung habe ich gemerkt, dass dieser Bereich wirklich zu mir passt: Die behandelten Themen und die Möglichkeiten, die mir geboten wurden, haben mir geholfen, mich zu entwickeln und mein Interesse an der Branche zu bestätigen.
Du hast dich während deiner Ausbildung viel mit Sprachen beschäftigt. Du hast ein Austauschsemester an der FHNW in Basel, Sprachaufenthalte in Deutschland und Australien und ein zweisprachiges FH-Studium gemacht. Was reizt dich am Sprachenlernen und was hast du aus dieser Erfahrung mitgenommen?
Sprachen, und in der Schweiz besonders Deutsch, sind ein wesentlicher Bestandteil der Berufswelt: Sie sind ein grosser Vorteil, um sich in einem multikulturellen Umfeld zu entwickeln und neue Chancen zu ergreifen. Das Beherrschen mehrerer Sprachen hilft nicht nur, andere besser zu verstehen, sondern auch, weltoffener zu sein.
Dank meinen Erfahrungen im Austausch und bei den Sprachaufenthalten konnte ich eine hohe Anpassungsfähigkeit und interkulturelle Sensibilität entwickeln. Das kommt mir heute in meinem beruflichen Alltag sehr zugute.
Was war die treibende Kraft für dich, Betriebsökonomie an der HSW Freiburg zu studieren?
Nach der Matura fühlte ich mich etwas in meinem Job gefangen und hatte Angst, dass ich mein Leben lang an einem Ort bleiben muss. Ich habe mich für die HSW in Freiburg entschieden, weil ich wusste, dass mir diese Ausbildung viele Türen öffnen und mir eine grosse Auswahl an Karrieremöglichkeiten bieten würde. Ich bin nie besonders gern in die Schule gegangen. Daher war ich sehr froh, dass der Lehrplan so praxisorientiert war. Es hat mir dabei geholfen, aus der Praxis zu lernen und mir die Berufswelt besser vorzustellen.
Anschliessend hast du einen Master an der HSW Freiburg absolviert, mit dem Schwerpunkt Entrepreneurship. Was hat dir dieser Master zusätzlich zum Bachelor gebracht?
Der Master mit Schwerpunkt Entrepreneurship hat es mir ermöglicht, meine Managementkenntnisse zu vertiefen und eine strategischere Vision der Projekte zu entwickeln. Im Gegensatz zum Bachelor bot mir dieser Studiengang die Möglichkeit, an konkreten Fällen zu arbeiten (insbesondere bei der Gründung eines echten Unternehmens), Innovations- und Unternehmensgründungsfähigkeiten zu erwerben und mein berufliches Netzwerk zu erweitern. Diese Fähigkeiten kann ich noch heute als Angestellter nutzen.
Du hast in den letzten sechs Jahren verschiedene Funktionen bei der Vaudoise innegehabt und bist heute Product Manager Mortgages. Was gefällt dir im Versicherungsbereich und besonders an der Vaudoise?
Mir gefällt besonders die Offenheit der Menschen, die im Versicherungswesen arbeiten, und die Möglichkeit, konkrete Lösungen zu entwickeln, um den Menschen zu helfen. Ich schätze es sehr, dass ich direkt zu ihrer Zufriedenheit und zur Lösung ihrer Probleme beitragen kann.
Bei den Vaudoise Versicherungen habe ich grosse Freiheiten bei der Umsetzung meiner Projekte und das Vertrauen meiner Vorgesetzten ermöglicht es mir, eine Form des Intrapreneurship zu praktizieren.
Entscheidungen werden aufgrund der Grösse des Unternehmens schnell getroffen, was die Agilität und Innovation fördert. Ausserdem ist die Vaudoise wegen ihrer menschlichen Werte und dem Engagement für die Mitarbeitenden ein sehr attraktiver Arbeitgeber.
Welche Fähigkeiten sind für deine aktuelle Funktion am wichtigsten?
In erster Linie muss man Zahlen lieben und gewissenhaft sein, denn das Produktmanagement erfordert eine hohe Genauigkeit und Analysefähigkeit. Dann ist es wichtig, neugierig zu sein, denn es ist eine bereichsübergreifende Funktion: Vertrieb, IT, Lebensversicherungen usw. Man muss auch kontaktfreudig sein, denn wir treffen und arbeiten täglich mit vielen verschiedenen Gesprächspartnern zusammen. Diese Vielfalt macht die Stelle sehr bereichernd und erfordert echte Aufgeschlossenheit.
Welche Botschaft möchtest du jungen Menschen mitgeben, die ihren Weg noch suchen?
Meine Botschaft ist: Wenn ihr euch nicht sicher seid bei der Wahl eures Weges, denkt daran, ihr seid nicht für immer an diesen Entscheid gebunden. Wenn man jung ist, hat man oft das Gefühl, dass man keine Zeit haben wird, etwas anderes zu tun, oder dass man sich schämen muss, wenn man sich irrt. In Wirklichkeit hat man Zeit, und irren ist menschlich. Seid neugierig und hört nie auf, zu lernen. Jede Erfahrung bringt euch etwas und ermöglicht es euch, euch weiterzuentwickeln, euch neu zu erfinden und euren eigenen Weg zu finden.