Bevor du loslegst: KI eignet sich hervorragend als Recherche-, Strukturierungs- und Formulierungshilfe. Sie kann Stellenprofile analysieren, Bewerbungsunterlagen auf dich anpassen, Interviewfragen simulieren und Unternehmensinfos verdichten. Die Verantwortung für Inhalt, Wahrheitsgehalt und letzten Endes für deinen persönlichen Auftritt bleibt immer bei dir selbst! KI bedeutet nicht, den eigenen Denkprozess auszulagern. Aus diesem Grund solltest du diese intelligenten Tools wie Assistenten nutzen. Prüfe alles gegen, denn sie erfinden auch Details, interpretieren frei oder falsch und produzieren austauschbare Floskeln.
Kommen wir nun aber zu den Einsatzmöglichkeiten und vielen Vorteilen.
Ich wette, du startest auch bei den bekannten Jobportalen. Nach dem immergleichen Prinzip: der Suche nach typischen Jobbezeichnungen. Lass dich von künstlicher Intelligenz inspirieren. Vielleicht gibt es noch andere Jobs auf dem Markt, die zu deinem Profil passen. KI kann deine Erfahrung in Suchbegriffe übersetzen, verwandte Rollen aufzeigen und Stellenanzeigen schneller vergleichbar machen. Ein möglicher Beispiel-Prompt könnte sein:
«Ich habe Erfahrung im Bereich XY mit folgenden Aufgaben: [3–5 Angaben]. Welche Jobrollen passen in der Schweiz dazu? Nenne mir 10 Suchbegriffe für Jobportale, typische Anforderungen und mögliche Lücken, die ich schliessen könnte.»
Ein guter Prompt enthält Ziel, Kontext und Erwartung.
Eine Pflegefachperson sucht beispielsweise nicht nur nach «Pflegefachfrau/-mann», sondern erhält über KI auch Hinweise auf Rollen wie Case Management, Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen, Medizintechnik-Support, Schulungstätigkeiten oder Projektarbeit im Gesundheitsbereich. Ein Informatiker wiederum entdeckt neben klassischen Entwicklerjobs auch Positionen in Consulting, Produktmanagement oder Cybersecurity.
Hier ein weiteres Beispiel:
«Ich habe drei Jahre Erfahrung als Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft. Vor kurzem habe ich Kurse zu digitalen Kompetenzen in den Bereichen Social Media und digitales Marketing absolviert. Nach welchen Stellen sollte ich bei meiner Jobsuche Ausschau halten?»
Passende Jobtitel finden
Viele Menschen suchen zu eng. KI kann alternative Berufsbezeichnungen, verwandte Funktionen oder branchenspezifische Titel vorschlagen.
Den Arbeitsmarkt überblicken
Welche Branchen suchen aktuell Fachkräfte? Welche Kompetenzen werden besonders häufig verlangt? KI kann Stellenanzeigen zusammenfassen und Muster erkennen.
Regionale Chancen identifizieren
Mit präzisen Prompts recherchierst du Jobs in einer bestimmten Region oder innerhalb einer gewünschten Pendeldistanz.
Skill-Gaps erkennen
KI kann analysieren, welche Fähigkeiten in aktuellen Stellenanzeigen häufig vorkommen und welche Weiterbildungen den eigenen Marktwert erhöhen könnten.
Bei Lebenslauf und Motivationsschreiben erspart dir der Einsatz von KI am meisten Zeit. Copilot & Co. basteln aus Rohdaten einen klaren Lebenslauf. Sie erstellen Bulletpoints und passen dein Motivationsschreiben auf eine bestimmte Stelle an. Aber: Übertreib es nicht. Hübsche Formulierungen sind nur dann toll, wenn eine belegbare Erfahrung dahintersteckt. Wenn nicht, fällst du sowieso spätestens beim Interview durch.
Das solltest du lassen:
Bestimmt hast du bereits von ATS oder auch von einem ATS-optimierten CV gehört. Applicant Tracking Systems (ATS) scannen deinen Lebenslauf nach bestimmten Kriterien. Sie können also darüber entscheiden, ob du eine Runde weiterkommst oder eben nicht. Diese Bewerbermanagementsysteme ersetzen keine Recruiter, sondern erleichtern deren Arbeit.
Viele Unternehmen (besonders die grossen) setzen KI oder automatisierte Systeme ein, um hunderte Bewerbungen zu durchsuchen oder vorzusortieren. Das heisst nicht, dass «Roboter entscheiden», sondern vielmehr, dass Schlüsselbegriffe, Klarheit und Passung immer wichtiger werden. Was bedeutet das nun konkret für dich?
Das System scannt nach Begriffen und Keywords --> Greife Begriffe aus der Stellenanzeige auf. Aber auch hier gilt: Übertreib es nicht. Am Ende landet dein CV doch noch bei einem Menschen. Erwähne Tools, Methoden, Zertifikate, Abschlüsse, Berufserfahrung und Ergebnisse
Hierzu gibt es einige Dinge, die du beachten solltest:
Nutze künstliche Intelligenz, um deine Bewerbungsunterlagen ATS-konform zu machen:
Wenn du es mit einer einfachen Prompt-Variante versuchen möchtest, so könnte diese Eingabe erfolgversprechend sein:
«Bewerte meinen Lebenslauf auf einer Skala von 0 bis 100 hinsichtlich der Übereinstimmung mit dieser Stellenanzeige. Begründe die Bewertung. Zeige mir die 10 wichtigsten Verbesserungsmöglichkeiten in Reihenfolge ihres Einflusses auf die Erfolgschancen.»
Wenn du es besonders genau wissen willst, dann sei möglichst konkret und gib exakte Anweisungen. Diese Art zu prompten, ist dann deine erste Wahl:
«Du bist ein erfahrener Recruiter, ATS-Spezialist und Karriereberater.
Analysiere zunächst die Stellenanzeige und identifiziere:
Anschliessend analysierst du meinen Lebenslauf.
Vergleiche beide Dokumente systematisch und beantworte:
Erstelle danach eine Tabelle mit den Spalten:
Formuliere anschliessend die wichtigsten Bulletpoints meines Lebenslaufs neu.
Wichtige Regeln:
Hier ist die Stellenanzeige: [Stellenanzeige einfügen]
Hier ist mein Lebenslauf: [Lebenslauf einfügen]»
Tipp: Lade niemals vertrauliche Dokumente in einem KI-Tool hoch. Vergewissere dich stets, dass persönliche Informationen und sensible Inhalte geschwärzt oder nicht enthalten sind.
Wow cool. Du hast es bis zum Jobinterview geschafft. Auch bei dieser hoffentlich letzten Hürde kann dich KI unterstützen. Lass dir Beispielfragen generieren oder passende Antworten auf typische Recruiter-Fragen servieren. Du kannst sogar eine Art Rollenspiel simulieren.
Dein Prompt dazu könnte folgendermassen lauten:
«Führe mit mir ein Probe-Jobinterview für die Rolle als [XY] in einem Unternehmen aus der Branche[XY] durch. Stelle mir nacheinander Fragen, warte auf meine Antwort und gib danach Feedback zu Klarheit und Relevanz.»
Ausserdem kann dir ein KI-Tool als Vorbereitung bei der Unternehmensrecherche helfen. Bitte deinen virtuellen Helfer darum, das Leitbild der Firma, Produkte und Dienstleistungen sowie aktuelle News und Prioritäten zusammenzufassen. Du kannst dir auch drei intelligente Rückfragen erstellen lassen, womit du den Recruiter im Jobinterview vielleicht überrascht.
Und am Schluss gilt wie immer: Prüfe alle Informationen selbst nach!
Starte mit deinen ersten Prompt-Versuchen