Ein Leben ohne soziale Medien


Yarina Degen | Studentin Bachelor in Business Communication | HWZ03.07.2019

Keine Stories posten, keine Eindrücke hinterlassen sowie Erlebtes hochladen oder das Leben eines Lieblingsbloggers, Freunde und Familie verpassen? Für einige unvorstellbar und für gewisse bereits reinste Realität. Gerne teile ich mit euch meine Erfahrungen, Gedanken und Gründe für ein Leben ohne sozialen Medien.

Vor gut drei Jahren habe ich mich dazu entschlossen zuerst Facebook und kurze Zeit später Instagram, Twitter und Co. aus meinem Leben zu verbannen. Meine Beweggründe kamen aus unterschiedlichen Einflüssen, insbesondere aber aufgrund der überwiegenden Selbstinszenierungen von Leuten, deren wir tagtäglich ausgesetzt sind. Klar, es stellt sich die Frage, wieso ich die ganze «Selbstdarstellerei» einfach nicht ignoriere? Ich gebe offen zu, weil ich es nicht kann. Ich sah mir Posts, Stories und Geschichten an, die mich weder interessierten noch mein Leben bereicherten. Stalkte Menschen hinterher, die mir auch im realen Leben nicht guttaten und stellte am Ende des Tages fest, dass meine Stimmung negativ beeinflusst wurde. Und trotzdem ich würde lügen, wenn ich sage es sei einfach, ohne die bekannten sozialen Plattformen zu leben.

 

Es liegt in unserer Natur uns selbst zu inszenieren oder leider, sei es online oder im echten Leben, sich immer wieder zu vergleichen. Manchmal interessiert es einen schon nur, was gewisse Bekannte im Netzwerk machen oder nicht lassen können. Welcher neue Trend viral geht oder welcher Star ein skandalöses Selfie hochlädt. Und ja, es gab einige Momente, in denen ich rückfällig geworden bin. Sei es, weil ich dachte, ohne ein online Netzwerk komme ich beruflich nicht weiter oder eine Anzeige muss geteilt werden, damit sie ja gesehen wird und so ihren Nutzen trägt. Das gewünschte Resultat blieb aber meistens aus und ich musste feststellen, dass ich genauso gut ohne weiterkommen kann. Die sozialen Plattformen dienen ganz klar als Marktplatz, es gibt jedoch einige Alternativen, die es möglich machen ohne auszukommen.

 

In meinem Umfeld höre ich oft, dass ein Leben ohne soziale Medien übertrieben sei. Der Kontakt zu Familien oder Freunde, die weit weg leben, könnte verloren gehen oder wichtige Veranstaltungen und Ereignisse werden verpasst. Vor allem ersteres trifft auf mich zu. Wobei ich hier gelernt habe einfach mal das Telefon in die Hand zu nehmen und die jeweilige Person anzurufen. Dafür muss viel Zeit eingeplant werden, denn meistens gibt es einiges zu erzählen.

 

Ein Leben ohne soziale Plattformen ist bestimmt nicht ohne aber bereits ein begrenzter Entzug würde schon bei einigen vieles bewirken. Dann würden wir vermehrt unsere Umgebung genauer wahrnehmen und merken, dass das tatsächliche Leben so vieles mehr zu bieten hat als die soziale Welt. Daher ein Hallo an alle, die ihr Leben leben wollen, statt es runter zu scrollen.

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Kommentare (4)

Anna am 11.07 2019 um 09:52

Ein Leben ohne soziale Medien

Es scheint, dass Du zur neuen Avant-Garde gehörst - sage ich 48-jährige, die gerade erst einmal anfängt, in die SocialMedia einzusteigen, um meine Mitteilungskreativität anzuregen und um einfach aus meinen starren Dogmen auszubrechen und zu experimentieren (ich gehörte bisher zu den absoluten Verteidigern einer analogen Kultur). Ich freue mich aber sehr über Deinen Artikel und all jene Avant-GardistInnen, die sich (wie ich weiterhin) im Zugabteil für ein Buch entscheiden und denen ich gerne gegenübersitze, unter anderem weil ich auf eine würdevolle Menschengestalt ohne Stöpsel auf den Ohren blicke....

Mark Degen am 03.07 2019 um 17:36

Bin stolz auf Dich Dein Pa

Akira mata am 03.07 2019 um 16:39

Seh ich genauso

Toller Artikel! Ich habe mich auch bewusst gegen Instagram und co. entschieden.

Akira mata am 03.07 2019 um 16:39

Seh ich genauso

Toller Artikel! Ich habe mich auch bewusst gegen Instagram und co. entschieden.

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