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Von der FHS St.Gallen bis ins Silicon Valley

Anita Imbach hat einen weiten Weg zurückgelegt: von der FHS St.Gallen mit dem Bachelor of Science in Business Administration, Economics, bis nach San Francisco, wo sie kürzlich in einem fahrerlosen Taxi sass und darüber nachdachte, wie Zukunft eigentlich entsteht.



Eine Fahrt, die zeigt, wo Zukunft schon Alltag ist

Anita Imbach sitzt in San Francisco in einem Waymo, einem selbstfahrenden Taxi ohne Lenkrad und ohne jemanden am Steuer. Schon nach wenigen Minuten habe sich die Fahrt «normal» angefühlt, erzählt sie. Genau das fasziniert sie: wenn Zukunft nicht nur angekündigt, sondern tatsächlich gelebt wird. Die Fahrt fand während einer Studienreise im Rahmen ihres Executive MBA der Universität St.Gallen statt, wo sie miterlebte, wie eng Hochschulen, Gründende, Investorinnen und Unternehmen im Silicon Valley zusammenarbeiten.

Vom Bachelor an der FHS St.Gallen zur eigenen Firma

Dabei begann ihr Weg ganz woanders: mit dem Bachelor of Science in «Business Administration, Economics» an der FHS St.Gallen. Es folgten der MAS in «Business Process Engineering», den sie vor über zehn Jahren abschloss, und einige Jahre später ein Studium in «Business Psychology» an der FHNW. 2019 gründete sie ihr eigenes Unternehmen, die ai3-consulting GmbH. Heute ist sie an der HWZ Studienleiterin des Seminars «Konflikte souverän lösen», in dem Führungskräfte lernen, Konflikte früh zu erkennen und souverän zu meistern.

Anita Imbach

«Ich brauche jemanden, der unsere Kunden versteht»

Dass sie einmal so weit kommen würde, hätte Anita vor zwanzig Jahren selbst nicht gedacht. «Ich kenne mich mit Digitalisierung nicht aus. Mein Computer stürzt ständig ab», sagte sie damals in einem Vorstellungsgespräch. Die Antwort ihres künftigen Chefs liess sie aufhorchen: «Ich brauche niemanden, der Computer repariert. Ich brauche jemanden, der unsere Kundinnen und Kunden versteht und digitale Projekte erfolgreich ans Ziel bringt.»

Von diesem Moment an liess sie ihre Leidenschaft für Transformation nicht mehr los. Sie begann zu verstehen, dass erfolgreiche Transformationen weit mehr brauchen als eine gute Strategie: Entscheidend ist, ob Unternehmen ihre Entscheidungen konsequent umsetzen.

Wenn Strategie an der Umsetzung scheitert

Heute unterstützt Anita CEOs und Geschäftsleitungen, wenn geschäftskritische Transformationen an Wirkung verlieren. Ihre Beobachtung: Transformationen scheitern selten an der Strategie. Sie verlieren an Wirkung, wenn Entscheidungen nicht konsequent umgesetzt werden. Deshalb verbindet sie Strategie, Governance, Wirtschaftspsychologie und Umsetzungsstärke. Wie das konkret in der Praxis aussehen kann, zeigte ein Projekt mit einem Schweizer Versicherungsunternehmen: Innerhalb von zehn Tagen bewertete das Team 19 mögliche AI-Anwendungsfälle, priorisierte die vier wirkungsvollsten und setzte sie innerhalb von acht Wochen um. Das Ergebnis: ein Effizienzpotenzial von 2,9 Millionen Franken und ein zusätzliches Prämienvolumen von bis zu 11 Millionen Franken.

Konflikte als Führungsinformation

Genau diese Verbindung von Führung, Governance und konsequenter Umsetzung bringt sie auch in ihr Seminar an der HWZ ein. Konflikte, sagt sie, sind selten das eigentliche Problem. Sie zeigen früh, wo Entscheidungen, Verantwortlichkeiten oder Governance nachgeschärft werden müssen. Wer diese Signale rechtzeitig erkennt, kann Orientierung geben und Projekte wieder auf Kurs bringen. Ihre wichtigste Botschaft an die Teilnehmenden: Konflikte als Führungsinformation nutzen.  Denn erfolgreiche Transformationen entstehen nicht durch bessere Strategien allein, sondern dadurch, dass Führung Entscheidungen trifft und konsequent umsetzt.