Praxisnähe statt Theorie
Ein gutes Beispiel dafür sind die Energy Data Hackdays. Sie finden seit 2019 im Bereich der Energiedaten statt. Studierende, Forschende, Programmierende und Energiefachleute arbeiten dabei gemeinsam an sogenannten Challenges. Das sind konkrete Problemstellungen, die von Energieversorgern, Startups und Behörden eingebracht werden. In der Ausgabe 2025 stellten unter anderem Swissgrid, Axpo, BKW, CKW, ewz und EKZ solche Challenges. Das sind Organisationen, zu denen Studierende sonst kaum so unkompliziert Zugang hätten.
Dass dabei nicht nur Prototypen entstehen, sondern auch verwertbare Ergebnisse, zeigt ein Beispiel aus dem Jahr 2023. Eine Challenge des Energieversorgers AEW zur Optimierung von Fernwärmenetzen führte zu einer geschätzten Effizienzsteigerung von 30 Prozent. Solche Resultate zeigen: Bei diesen Anlässen geht es um mehr als ums Ausprobieren. Die Teams entwickeln Lösungen, die im Anschluss tatsächlich weiterverfolgt werden.
Ein Netzwerk aus mehreren Fachhochschulen
Für Studierende liegt der eigentliche Gewinn oft nicht nur im technischen Ergebnis. Mindestens so wichtig ist das Netzwerk, das während der Zusammenarbeit entsteht. Wer während zwei Tagen mit Fachleuten aus der Energiebranche an einer gemeinsamen Aufgabe tüftelt, lernt deren Denkweise kennen. Und hinterlässt dabei auch einen Eindruck. Das kann bei der Stellensuche später den Unterschied machen.
Bemerkenswert ist, wie breit die Fachhochschul-Welt in dieses Format eingebunden ist. Ausrichterin ist die FHNW am Standort Brugg-Windisch. Sie stellt mit ihrem Campus die Infrastruktur bereit. Als Academic & Research Partner engagieren sich aber auch die Berner Fachhochschule BFH, die Hochschule Luzern HSLU, die Ostschweizer Fachhochschule OST und die HES-SO. Dazu kommen Institutionen wie ETH, EPFL, PSI und Empa. Damit ist das Format längst kein reines FHNW-Projekt mehr. Es ist ein Treffpunkt für FH-Studierende aus der ganzen Schweiz.