«Technologie ermöglicht kreative Freiräume»


Züger Claudia | Kommunikationsbeauftragte Rektorat FHS St.Gallen06.03.2019

«Alles #digital – oder lieber Dosentelefon?» fragt die Fachhochschule St.Gallen am achten Schweizer Bildungsforum. Sie beleuchtet digitale Trends und Gegentrends und deren Implikationen auf die Bildung aus unterschiedlichen Perspektiven. Der Gastgeber und Rektor der FHS St.Gallen Sebastian Wörwag erklärt, warum das Thema noch längst nicht ausdiskutiert ist.

Sebastian Wörwag, die Veranstaltungskalender sind voll von Events zum Thema Digitalisierung. Ist nicht langsam alles gesagt?
Im Gegenteil: In atemberaubendem Tempo durchdringt der digitale Wandel all unsere Lebensbereiche. Hierbei gehen wir mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit mit. Doch zunehmend werden jenseits der Machbarkeitseuphorie auch skeptische Stimmen laut. Wie wird sich das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine entwickeln, wo werden wir entlastet, wo ersetzt? Was können wir immer noch besser als die Algorithmen? Mir scheint die kritisch-konstruktive Auseinandersetzung über die guten Gründe der Digitalisierung aus den verschiedensten Perspektiven essenziell. Insbesondere um den Wandel bewusst mitzugestalten.

 

Und welche Rolle schreibst Du dabei dem Dosentelefon zu?
Was vor Kurzem als Relikt der Vergangenheit galt, ist plötzlich wieder en vogue. Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass jenseits der Möglichkeiten der Digitalisierung beträchtliche Bedenken spürbar sind und betreffend der Informatiknutzung sogar ein Gegentrend beobachtbar ist. So löschen zum Beispiel immer mehr Menschen ihre Social-Media-Profile, andere verschreiben sich selbst «Offline-Ferien» oder «Digital-Detox-Kuren» oder verzichten gar auf mobile Endgeräte.

 

Im Zentrum der Veranstaltung stehen bildungsrelevante Fragestellungen. Wo siehst Du als Rektor konkret die Herausforderungen der Digitalisierung für die Bildung?
Für uns als Fachhochschule stellt sich natürlich die Frage, welches Wissen, welche Kompetenzen und Qualifikationen in der Arbeitswelt von morgen gefragt sind, damit unsere Studierenden bestmöglich darauf vorbereitet sind. Ausserdem setzen wir uns damit auseinander, was und wie angesichts der Informations- und Datenflut gelernt werden kann. Viel zu wissen, bedeutet eben noch nicht, (darüber) auch vernünftig (nach)denken zu können.

 

Und wofür entscheidest Du Dich persönlich: Alles digital oder lieber Dosentelefon?
Für das Beste aus beiden Welten! – Technologie gewinnbringend eingesetzt ermöglicht mir kreative Freiräume und mehr Zeit für das Analoge. Die Hausarbeit beispielsweise überlasse ich gerne den Maschinen zugunsten inspirierender Zeit in der Natur, mit Büchern oder meinen Mitmenschen.

Jetzt anmelden für das Schweizer Bildungsforum 2019

Das Schweizer Bildungsforum wird jährlich von der Fachhochschule St.Gallen organisiert. Es lädt zur Auseinandersetzung mit bildungsrelevanten Fragestellungen ein. Die multiperspektivischen Diskussionen sollen zum Denken anregen und mögliche Lösungsansätze generieren.

 

Dieses Jahr diskutieren Medienwissenschaftlerin Sarah Genner, Soziologe Mark Riklin und Philosoph Philipp Tingler sowie Studierende der drei St.Galler Hochschulen über digitale Trends und Gegentrends und deren Implikationen auf die Bildung.

 

Wann: Donnerstag, 21. März 2019
Wo: Pfalzkeller, Klosterhof, St.Gallen
Programm und Anmeldung: bis 16. März 2019 unter www.fhsg.ch/bildungsforum

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