Philosophische Gedanken eines Bildungsbegeisterten


Stefan Ruchti, Alumni Kalaidos FH | Project Manager und SCRUM Master baeriswyl tschanz & partner ag31.05.2021

Woher komme ich? Wohin gehe ich? Und was ist der Sinn? Diese philosophische Frage stellt sich mir nicht nur privat, sondern auch stark im beruflichen Kontext.

An Events wird man  oft gefragt: «Was machst du?» und nicht «Wer bist du?». Ist das «WAS» wichtiger als das «WARUM»?

Ich bin sehr dankbar, in der privilegierten Situation zu sein, mir die Frage nach dem «WARUM» stellen zu können. Diese Möglichkeit, dem Leben eine sinnvolle Richtung zu geben, haben nicht alle. Dass ich das kann, verdanke ich zu einem grossen Teil der Aus- und Weiterbildung.


In einer Demokratie wie der Schweiz können wir von einem dualen, durchlässigen und vielseitigen Bildungssystem profitieren. Mit dem erschwerten Zugang zu Bildung werden in vielen Ländern Menschen «dumm und klein» gehalten  -  und so der Machterhalt von gewissen Kräften gesichert. Mit grossen Folgeschäden für die Wirtschaft, die im internationalen Vergleich zurückbleibt. Immer wieder gibt und gab es Revolutionen um u.a. die Verfügbarkeit von Bildung für alle zu ermöglichen.

Von der Baustelle zum zertifizierten SCRUM-Master mit Executive MBA

Ich habe als Elektriker bei der Firma Ascom auf der Baustelle angefangen. Eine harte Zeit, in der ich aber viel gelernt habe. Über den zweiten Bildungsweg habe ich mich an Fachhochschulen aus- und weitergebildet  und bin jetzt seit vielen Jahren als ICT Projekt Manager unterwegs. Mein Executive MBA in Fachrichtung Projektmanagement und mein CAS in Leadership & Führungspsychologie habe ich an der Kalaidos Fachhochschule absolviert – so konnte ich Beruf und Weiterbildung unter einen Hut bringen. Nach einem Semester Psychologie an der Uni  musste ich feststellen, dass mir der Praxisbezug fehlt. Die Symbiose von Theorie und Praxis fasziniert mich. So bin ich zurück an die Fachhochschule und habe vor kurzem mein CAS-Zertifikat in Systemisches und Agiles Projekt Management an der Fachhochschule in Bern abgeschlossen. Ausserdem bin ich inzwischen als zertifizierter SCRUM-Master unterwegs. 


Zurzeit arbeite ich in der Consulting Firma baeriswyl tschanz & partner ag in Ittigen in einem hochspezialisierten Team in den Bereichen Consulting, Project Management sowie Lean & Agile. Ob als Projekt Manager mit reinen Projektmanagement-Methoden nach Wasserfall oder als SCRUM Master nach ‘AGILE’ Methode – ich bewirke in beiden Rollen Veränderungen von Produkten, Prozessen und Systemen.

Was ist wichtiger in der VUCA-Welt: Menschen oder Tools?

Der Druck von aussen – die Unsichtbare Hand von Adam Smith – ist gross. Projekte müssen in einer freien Marktwirtschaft rentabel sein. Und doch – je älter ich werde, desto mehr stehen für mich auch andere Werte im Vordergrund: die intrinsische Motivation der Mitarbeitenden, die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen, die nachhaltige Wirkung. 


Mit Anwendung von systemischen und agilen Frameworks und Methoden wird versucht, den sich rasant verändernden Anforderungen der VUCA-Welt (Abkürzung für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Mehrdeutigkeit) gerecht zu werden. Ist dieses Vorgehen schlussendlich eine Art Symptombehandlung um das kränkelnde Kapitalismus-System zu erhalten? Einer der vier Werte aus dem Manifest für Agile Softwareentwicklung von Kent Beck, Ken Schwaber at all. lautet: «Individuals and interactions over processes and tools» (Individuen und Interaktionen stehen über Prozessen und Werkzeugen) und bedeutet für mich: wir müssen den MUT haben, verstärkt Achtsamkeit und Respekt zu leben und so ein nachhaltiges Wachstum anzustreben. Wenn wir die Erkenntnisse der Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan anwenden (nach dieser hat der Mensch die drei psychologischen Grundbedürfnisse nach Kompetenz, sozialer Eingebundenheit und Autonomie) und es schaffen, die natürliche Neugierde und das Entwicklungspotential der Menschen anzuzapfen, haben wir in Zukunft sowohl gewinnbringende Unternehmen wie auch zufriedene, erfüllte Mitarbeitende.


Auf diesem Weg kann eine Weiterbildung jedes Einzelnen einen Beitrag leisten – worauf wartest du?


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Kommentare (1)

Stefanie Häsler am 01.06 2021 um 13:12

💓

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