Masterstudio Design x Fondation Beyeler: Studierende gestalten einzigartige Produkte für die grosse Picasso Ausstellung



Vom Entwurf bis zum fertigen Produkt – Anlässlich der Ausstellung «Der junge PICASSO – Blaue und Rosa Periode» bekamen fünf Kommilitonen und ich die Möglichkeit unsere Ideen zum Leben zu erwecken.

Im März 2018 startete die Kollaboration der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW, des Nachwuchsprogramms Swiss Cultural Entrepreneurship mit dem angesehenen Basler Museum, der Fondation Beyeler. Für die große Ausstellung über Picassos frühes Werk haben wir, Studierende des Masterstudios, aussergewöhnliche Produktideen für den Museumsshop entwickelt.

 

Von Picasso in die Gegenwart

Zunächst verschaffte uns Kurator Raphaël Bouvier einen Einblick in die Welt des jungen Pablo Ruiz Picasso: Dieser kam als junger Mann, noch unbekannt und mit wenig Geld nach Paris und widmete sein Werk zunächst den Aussenseiterinnen und Aussenseitern der Gesellschaft. So zeichnen die emotionalen Werke der blauen Periode ein melancholisches Bild. Picasso zeigt meist einsame, traurige Personen. Seine Formensprache lässt zu dieser Zeit noch nichts vom Maler, wie viele ihn meist kennen, erahnen. Seine Bilder werden langsam, nach und nach, heller, optimistischer, bilden mehrere Personen zusammen ab: Die Werke der rosa Periode zeigen einen immer noch sehr figürlichen Picasso, der allmählich erste Schritte in Richtung des grossen kubistischen Künstlers macht.

 

Zusammengefasst ist das frühe Werk des Malers sehr berührend und intim. Es lässt uns Picasso als Künstler besser begreifen und bietet Einblicke in die Seele eines der berühmtesten Malers des 20. Jahrhunderts.

 

Im Anschluss an die kunsthistorische Einführung beförderte uns der Leiter des Art-Shops, Andreas Widmer, wieder zurück in die Jetztzeit: Eine Vorlesung mit dem Namen „Verkauf, Vertrieb und Dienstleistung“ liess uns die Strukturen und Abläufe eines Museumsshops, sowie die Anforderungen an unsere Entwürfe verstehen. Dies sollte uns jedoch nicht davon abhalten, zunächst sehr unkonventionell und gross bei der Entwicklung unserer Produktideen zu denken.

 

Insgesamt nahmen 16 Studierende des Institituts Integrative Gestaltung | Masterstudio, aus verschiedenen Design-Disziplinen kommend, an dem Projekt teil. Wir durchleuchteten Picassos frühes Schaffen aus unterschiedlichsten Perspektiven: Dabei waren für manche die formalen Merkmale der Gemälde, für andere die Motive selbst, oder auch das Leben des Künstlers die Inspirationsquelle.

 

Produkt-Design für die Realität

Im Anschluss an diese Entwurfsphase präsentierten wir im Sommer die Vorschläge einer Jury bestehend aus Vertretern der drei Institutionen. Die Jury wählte sechs Produktideen aus, die zu Produkten für den Picasso-Shop werden sollten: Darunter mundgeblasene Vasen, goldene Handspiegel, hochwertige farbige Natur-Seifen, Wachsmalstifte in neuen Dimensionen, ein Mikado-Spiel und T-Shirts für Kinder.

 

Für viele von uns war es das erste Mal, dass wir einen eigenen Entwurf unter unserem Namen realisierten. Das war ein grosser, spannender – manchmal haarsträubender, aber sehr lehrreicher Prozess. Als erstes musste ein Weg gefunden werden, die Produkte zu produzieren – entweder eigenhändig oder mit einem Produktionspartner. Auch die Preisgestaltung, das Verpackungsdesign und die Präsentation erarbeiteten wir – stets professionell unterstützt durch unsere Mentoren – selbst.

 

Die Praxis als beste Lehrerin

Wir wuchsen mit unseren Aufgaben und sammelten wertvolle Erfahrungen in der Praxis. In unseren Produkten stecken viele Tage und Nächte der Arbeit, hunderte verworfene Konzeptideenaber vor allem eine grosse Portion Leidenschaft für das, was wir tun und der Glaube daran, dass wir mit gutem Design grosse Ideen erfahrbar machen können. Bei den meisten unserer Produkte handelt es sich um handgefertigte Unikate. Wir haben besonders darauf geachtet diese nachhaltig, lokal und fair zu produzieren. Sie sind in limitierter Auflage und im eigens entworfenen Verpackungsdesign seit Anfang Februar im Picasso Shop der Fondation Beyeler, sowie online erhältlich.

 

"It is not too often that one has to deal both with commercial and academic constraints when designing a product, and that is why this collaboration has come as such an enriching experience for me.“

Pablo Odriozola, Designer „Mikasso“

 

"Die Zusammenarbeit mit der Fondation Beyeler war von Anfang an sehr spannend und es war großartig bei der Produktentwicklung einen so professionellen Partner an der Seite zu haben.“

Jennifer Keusgen, Designerin „Find your own stroke“

 

„Meine handgemachte Picasso-Seife ist ein eigenes Kunstwerk, das sich im Gebrauch von einer kubischen über eine organische Form hin zur puren Idee auflöst. So vollziehen sich die Schaffensphasen Picassos rückwärts.“
Charleen Elberskirch, Designerin „SOA.PP

 

„Pablo Picassos geliebtes bretonisches Matrosen-Shirt ist Ausgangspunkt für mein Kinder-T-Shirt. Das Besondere: Die typischen 21 Streifen kommen durch eine spezielle Repetition in Bewegung. Die T-Shirts sind untereinander vermeintlich ähnlich und doch: Jedes ist ein Einzelstück.“
Marie Läuger, Designerin „YOU ME HE SHE IT“

 

“My vase „Resonate“ can be interpreted as a development in Picassos painting style from the blue and rose period to the cubism. After pouring water into both vases and putting one into another we can see a magical moment of fluid optical change. That moment can bring us an idea of cubistic thinking.”

Helena Tapajnova, Designerin “Resonate”

 

“Gósol is an experimental mirror collection designed with natural materials and craftsman techniques. It portrays the idea of reinvention and the classic and archaic style from Picasso's young period in the Spanish village of Gósol. The translation of an art context into a commercial product was equally challenging and inspiring.”

Natalia Blanco-Sierra, Desingerin “Gósol”

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