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HKB-Studentin Linda Wunderlin befragt

Ursina Orecchio
Kommunikation HKB | Berner Fachhochschule
  • 25.07.2022
  • 4 min
Vor wenigen Tagen hat Linda Wunderlin ihre Abschlussarbeit am Diplomfestival Interlaced ausgestellt und damit ihren Master of Contemporary Arts Practice (CAP) an der HKB abgeschlossen.

In ihren künstlerischen Arbeiten setzt sie sich mit Räumen auseinander und untersucht mittels unterschiedlicher Medien das Zusammenspiel von Objekten, Formen und Orten. Fundierte theoretische Recherche und empirische Feldforschung trägt sie zusammen und kreiert daraus Skulpturen, Installationen und Videoarbeiten.

Wie kam es, dass du als Steinbildhauerin aus Basel im Master of Contemporary Arts Practice an der Hochschule der Künste Bern gelandet bist?

Ich habe den klassischen Berufsweg eingeschlagen und war damit sehr glücklich. Bis ich um 2014 herum realisiert habe, dass mir die geistige Herausforderung fehlte. Der Schritt in die Selbstständigkeit und der Bachelor Fine Arts in Basel haben den Grundstein für den Ausgleich gelegt. Nach Abschluss des Studiums bin ich dank der engen Zusammenarbeit zwischen Basel und Bern auf den interessanten Masterstudiengang CAP gestossen. Ich habe mich beworben und wurde angenommen.

Worum ging es in deiner Abschlussarbeit an der HKB?

Seit Anfang des Masters habe ich mich mit dem Industriegebiet Schweizerhalle beschäftigt. Die bei Muttenz liegende Produktionsstätte von Pharmakonzernen ist ein abgeschlossenes Areal, das viele faszinierende Formen präsentiert. Ich habe Fakten gesammelt und bin Fragen nachgegangen wie: Was ist ein solches Gebiet überhaupt? Wo ist die Realität? Wo fängt sie an und wo hört sie auf? Wer finanziert was? Von der «Bösen Pharma», die zu wenig Steuern bezahlt und die Umgebungen ihrer im Ausland stehenden Produktionsstätten verpestet, zu «Pharma als Retterin» während Corona, da sie Tests und Impfungen herstellt, sind verschiedenste Haltungen zur Pharmaindustrie denkbar. Aus meinen Recherchen ist ein Mindmap entstanden und daraus wiederum verschiedene Essays. Meine praktische Thesis habe ich auf einem dieser Essays, das sich um Ästhetik – zum Beispiel von Rohren – dreht, aufgebaut. Es sind raumgreifende Skulpturen aus Kartonrohren entstanden.)

Was bleibt dir vom Studium an der HKB besonders in Erinnerung und wie sieht deine Zukunft aus?

Die Stimmung im CAP ist unglaublich gut. Es hat zwischenmenschlich prima funktioniert und es gab keinen Konkurrenzkampf. Wir waren konstruktiv kritisch, herausfordernd und kämpferisch (im Positiven). Das liegt vermutlich auch an der Interdisziplinarität. Diese ist am CAP einfach super! Es war sehr bereichernd, Sichtweisen von Menschen aus der Performance Art, aus Sound Arts und der Literatur zu hören. Ich habe immer gerne gelesen und sehr davon profitiert, Seminare in literarischem Schreiben zu besuchen und selber zu schreiben. Es hat mir Freude bereitet, damit meinen eigenen Stil für meine Essays zu entwickeln. 
Vorläufig ändert sich nicht viel an meinem Alltag. Ohne dem Studium werde ich etwas mehr Zeit in meinem Atelier verbringen dürfen. Hinzu kommt neu meine Lehrtätigkeit in Dagmersellen, wo der überbetriebliche Kurs angehender Steinbildhauer*innen stattfindet. Ich kann mir vorstellen, später ein weiteres Studium anzuhängen. Ich habe eine grosse Faszination für Philosophie und Soziologie entwickelt und könnte mir ein Studium an der Universität vorstellen und liebäugle auch mit einem PhD in Fine Arts.

 

Dieses Interview wurde als Erstpublikation im Newsletter der HKB veröffentlicht.

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