Für eine Stärkung der Pflege

FH SCHWEIZ hat im Vernehmlassungsverfahren zur parlamentarischen Initiative «Für eine Stärkung der Pflege - für mehr Patientensicherheit und mehr Pflegequalität» eine Stellungnahme eingereicht. Darin begrüssen wir, dass Personen, welche eine Ausbildung in Pflege an einer Fachhochschule absolvieren, finanziell mit Ausbildungsbeiträgen unterstützt werden sollen. Ausserdem ist die Sonderfinanzierung zur Erhöhung der Ausbildungsplätze in Pflege positiv.

Bei der parlamentarischen Initiative «Für eine Stärkung der Pflege - für mehr Patientensicherheit und mehr Pflegequalität» handelt es sich um einen indirekten Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative. Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-NR) hat einen Vorentwurf für ein Bundesgesetz und drei Bundesbeschlüsse verabschiedet.  Der indirekte Gegenvorschlag umfasst folgende vier Vorentwürfe:

  • Bundesgesetz ĂĽber die Förderung der Ausbildung im Bereich der Pflege
  • Bundesbeschluss ĂĽber Finanzhilfen zur Förderung der Ausbildung im Bereich der Pflege
  • Bundesbeschluss ĂĽber die Erhöhung der AusbildungsabschlĂĽsse in Pflege an den kantonalen Fachhochschulen
  • Bundesbeschluss ĂĽber Finanzhilfen zur Förderung der Effizienz in der medizinischen Grundversorgung, insbesondere der Interprofessionalität

Stellungnahme FH SCHWEIZ

Bezüglich «Bundesgesetz über die Förderung der Ausbildung im Bereich der Pflege» begrüssen wir die Anstrengungen, den Zugang zum Studiengang Pflege FH mit gezielten Massnahmen zu verbessern. Dass Kantone Personen, welche die Ausbildung in Pflege an einer Fachhochschule absolvieren, mit Ausbildungsbeiträgen unterstützt werden sollen, ist vorteilhaft. Dies dürfte zur Erhöhung der Attraktivität der Diplomabschlüsse für potentielle Absolventinnen und Absolventen beitragen.

Im Bezug auf den «Bundesbeschluss über die Erhöhung der Ausbildungsabschlüsse in Pflege an den kantonalen Fachhochschulen» begrüssen wir die Erhöhung der Ausbildungsplätze in der Pflege FH durch eine anreizorientierte Sonderfinanzierung sehr. Doch die Schaffung Ausbildungsplätzen allein genügt nicht! Es ist aus unserer Sicht sehr zentral, dass auch genügend Praktikumsplätze für die Studierenden in Spitälern, Pflegeheimen etc. angeboten werden können und entsprechend zu fördern ist.

Wir halten zudem fest:

  • Die Frist fĂĽr eine wirkliche Veränderung ist mit 8 Jahren sportlich. Wir wĂĽrden einen längeren zeitlichen Horizont fĂĽr die UnterstĂĽtzung begrĂĽssen.
  • Die Betriebe mĂĽssen nach Ablauf der 8 Jahre selber fĂĽr die Mehrkosten der Ausbildung aufkommen. Dies so lange die Finanzierung der ambulanten/LZ Pflege und der akuten Pflege nicht gleichgestellt wird. Damit wird die Ausbildung ohne UnterstĂĽtzungsbeiträge fĂĽr Betriebe nach Ablauf der 8 Jahre ein Minusgeschäft sein.
  • Der Ansatz, mehr Studierende fĂĽr den Pflegeberuf zu gewinnen, ist zwar löblich, aber ebenso wichtig ist es, die Weiterbildung und Arbeitsbedingungen einzubeziehen, damit die vielen Pflegefachleute auch im Beruf bleiben.
  • Die finanzielle UnterstĂĽtzung muss ĂĽber die gesamte Dauer der UnterstĂĽtzung gesichert sein. Die Mittel sind in der jeweiligen BFI-Botschaft ausreichend einzustellen und in den jährlichen Budgets dann vollständig eizusetzen. Es geht nicht, dass jedes Jahr entsprechend der finanziellen Lage des Bundes und der Kantone neu ĂĽber die UnterstĂĽtzung verhandelt werden muss.
  • Die in den Unterlagen gewählten Formulierungen beurteilen wir als sehr veraltet und sind dringend anzupassen. Dies aus mehreren GrĂĽnden: Schon heute verfĂĽgen Pflegefachleute ĂĽber mehr Kompetenzen als diejenigen der Grundpflege. Sie sollten ihren Kompetenzen entsprechend ĂĽber ihre Aufwände und die Abrechnung mit der Krankenkasse bestimmen können. Zudem sollte der Gesetzesvorschlag so formuliert sein, dass auch neue Ausbildungen – z.B. Ausbildungen auf der Master-Stufe – berĂĽcksichtigt werden.
  • Die Bedingungen des nachträglichen Titelerwerbs (NTE) fĂĽr Pflegende mit altrechtlichen Diplomen mĂĽssen den Bedingungen der anderen Berufsgruppen angepasst werden, sodass Pflegende ĂĽberhaupt eine Chance haben, den NTE zu erwerben und dafĂĽr nicht ĂĽber eine Ausbildung verfĂĽgen mĂĽssen, die es ĂĽberhaupt nicht mehr gibt.

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