FH SCHWEIZ im Austausch zu Zukunftsthemen bei Google Zürich

Ein Blick hinter die Kulissen von Google: Am 25. März 2026 durfte ich mit FH SCHWEIZ den Zürcher Standort besuchen. Der Anlass bot spannende Einblicke in Zukunftsthemen wie KI, Arbeitswelt und Innovation – und zeigte im persönlichen Austausch, wie wichtig Zusammenarbeit für die Gestaltung der Zukunft ist.

Übergabe von Vorgänger an Nachfolger

Der bisherige FH-SCHWEIZ-Präsident, Andri Silberschmidt, eröffnete den Abend und schlug den Bogen vom offiziellen Teil zum anschliessenden Programm. Nach der intensiven Delegiertenversammlung freue er sich, «nun auch die nächsten Minuten zu geniessen». Gleichzeitig betonte er, dass es «alles andere als selbstverständlich» sei, einen solchen Anlass bei Google durchführen zu dürfen.

Anschliessend übergab er das Wort an seinen Nachfolger, Ständerat Benjamin Mühlemann. Dieser zeigte sich dankbar für das Vertrauen und hielt fest, dass er «in grosse Fussstapfen» trete. Gleichzeitig betonte er, dass er eine «sehr solide Organisation» übernehmen dürfe.

In seiner Ansprache griff er das Thema Community auf, das ihn durch den Tag begleitet habe. Besonders im Deutschen gefalle ihm der Begriff «Gemeinsinn». Es gehe darum, Gemeinschaft aktiv zu pflegen und den Verband gemeinsam weiterzuentwickeln.

Mühlemann gab auch persönliche Einblicke. Er ist FH-Absolvent der ZHAW im Bereich Organisationskommunikation und gehörte dort zum zweiten Jahrgang. Beruflich startete er im Journalismus, unter anderem beim Blick, bevor er in die Konzernkommunikation zur Axpo wechselte. Später schlug er die politische Laufbahn ein und war als Bildungsdirektor tätig, wo er unter anderem den Zusammenschluss mehrerer Fachhochschulen zur Ostschweizer Fachhochschule begleitete. Heute ist er Ständerat und Mitglied der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur. Diese Verbindung von Bildung, Praxis und Politik sieht er als wichtige Grundlage für sein neues Amt.

Google in der Schweiz

Nach diesem Teil leitete Michelle Eichmann zum Gastgeber über. Für Google begrüsste Christine Antlanger-Winter, Country Director Google Switzerland und Regional Director Austria & Switzerland, die Gäste. Sie ist selbst FH-Absolventin der Fachhochschule Hagenberg in Österreich und brachte damit auch eine persönliche Perspektive ein. Sie gab einen umfassenden Einblick in den Standort Zürich. Rund 5’000 Mitarbeitende arbeiten hier an zwei Campus-Standorten. Zürich sei einer der wichtigsten Forschungs- und Entwicklungsstandorte von Google ausserhalb der USA. «Fast alle Produkte und Product Areas werden auch von Zürich aus mitentwickelt», erklärte sie. Dazu gehören unter anderem Search, YouTube, Google Maps sowie Cloud- und Sicherheitslösungen. Besonders hob sie die Bedeutung des Standorts im Bereich künstliche Intelligenz hervor. Zürich ist ein zentraler Standort von Google DeepMind.

Ein zentrales Anliegen von Christine Antlanger-Winter war die Rolle von Bildung und Zusammenarbeit. Google arbeite eng mit Hochschulen wie der ETH Zürich und der EPFL Lausanne zusammen, aber auch mit der breiten Bildungslandschaft. Gerade in der aktuellen «AI-Ära» seien Themen wie technisches Verständnis, Weiterbildung und Austausch entscheidend.

Sie betonte auch die grosse Chance für die Schweiz: Das Land habe durch starke Branchen wie Pharma, Finanzwesen und Industrie ein besonders hohes Potenzial, von KI zu profitieren. Gleichzeitig machte sie klar, dass dieses Potenzial aktiv genutzt werden müsse.

Im Gespräch mit Moderatorin Michelle Eichmann ging sie auch auf ihre eigene Ausbildung ein. Besonders prägend sei die Interdisziplinarität gewesen. Ein weiterer wichtiger Punkt war der Praxisbezug der Fachhochschulen. Studierende arbeiten früh an konkreten Projekten und sammeln so Erfahrungen, die ihnen im Berufsleben direkt helfen.

Auf die Frage nach wichtigen Kompetenzen im KI-Zeitalter nannte sie drei zentrale Bereiche: technisches Grundverständnis, logisches und lösungsorientiertes Denken sowie praxisnahe Aus- und Weiterbildungen.

Google & die künstliche Intelligenz

Danach übernahm Anton Aschwanden, Government Affairs & Public Policy Lead bei Google. Er vertiefte die Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz und gab Einblicke in konkrete Anwendungen und die Rolle von Google.

Er spannte zunächst den Bogen zur Geschichte von Google und zeigte auf, wie sich das Unternehmen von einer Suchmaschine zu einem breit aufgestellten Technologieunternehmen entwickelt hat. Heute sei künstliche Intelligenz in praktisch allen Produkten integriert.

Anhand von Beispielen zeigte er, wie KI konkret eingesetzt wird. Dazu gehören Anwendungen wie Google Lens für Bilderkennung oder Google Translate, wo dank KI immer mehr Sprachen abgedeckt werden können und grosse Fortschritte erzielt wurden.

Er ging auch auf Anwendungen in der Forschung ein. KI könne komplexe Probleme deutlich schneller lösen als früher, etwa in der Medizin oder bei wissenschaftlichen Analysen. Auch im Bereich Klima gebe es konkrete Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel bei der Vorhersage von Überschwemmungen oder bei der Optimierung von Verkehrsflüssen zur Reduktion von CO₂-Emissionen.

Seine zentrale Botschaft war klar: «Nutzen Sie die Tools, testen Sie sie, seien Sie neugierig.» Diese Offenheit und Bereitschaft, Neues auszuprobieren, werde zu einer Schlüsselkompetenz der Zukunft.

Der menschliche Faktor

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt des Abends kam von Dr. Christian Bucher, wissenschaftlicher Leiter der FH-Lohnstudie am ZHAW IAP Institut für Angewandte Psychologie.

Er brachte bewusst eine andere Perspektive ein und stellte den Menschen in den Mittelpunkt. Auf Basis aktueller Studien zeigte er auf, wie sich Erwartungen an die Arbeitswelt verändern. Neben Lohn oder Karriere spielen Themen wie Arbeitsumfeld, Unternehmenskultur und Zusammenarbeit eine immer wichtigere Rolle.

Gerade in einer Zeit, in der Technologien wie KI stark an Bedeutung gewinnen, werde der menschliche Faktor nicht weniger, sondern wichtiger. Zusammenarbeit, Motivation und das physische Arbeitsumfeld rücken wieder stärker in den Fokus.

Der Mensch bleibt im Zentrum

Zum Abschluss trat nochmals Andri Silberschmidt ans Mikrofon und griff genau diesen Gedanken auf. Er stellte bewusst den Kontrast zwischen technologischer Entwicklung und menschlichen Bedürfnissen heraus.

Während viel über künstliche Intelligenz gesprochen wurde, zeigten die Erkenntnisse aus der Lohnstudie, dass Themen wie Bürogestaltung und Arbeitsumfeld wieder stark in den Fokus rücken. Es gehe darum, Räume zu schaffen, in denen Menschen gerne arbeiten, sich austauschen und zusammenkommen.

Gerade weil vieles digitaler und automatisierter werde, werde die physische Zusammenarbeit wieder wichtiger. Der Mensch bleibt im Zentrum.

Mit diesem Gedanken schloss er den offiziellen Teil des Abends und bedankte sich bei allen Beteiligten und Gästen.

Mein Fazit

Der Anlass verband damit verschiedene Perspektiven: die Weiterentwicklung von FH SCHWEIZ, Einblicke in die Tech-Welt, konkrete Anwendungen von KI und gleichzeitig die Frage, wie sich Arbeit und Zusammenarbeit verändern. Der Abend klang anschliessend in entspannter Atmosphäre aus und bot Raum für Austausch und persönliche Gespräche.

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