Die Master Thesis – Eine Berg- und Tal­fahrt

Ramona Stampfli
Studentin FHGR
  • 22.03.2022
  • 5 min
Die grösste Herausforderung für wahrscheinlich die meisten Masterstudierenden ist die Master Thesis – so auch für mich. Oft wird die Master Thesis als Meisterwerk des Masterstudiums erachtet und bietet die Möglichkeit sich in einem Gebiet von persönlichem Interesse zu vertiefen. Dabei dient die Master Thesis auch als mögliche Grundlage für die berufliche Orientierung nach dem Studium.

Als ich mein Masterstudium, mit der Studienrichtung «New Business», an der Fachhochschule Graubünden im Herbst 2020 begonnen habe, war die Master Thesis für mich noch ganz weit weg. Infolge der Coronapandemie war es leider nicht möglich alle Mitstudierenden zum Semesterstart kennenzulernen. Noch so gerne hätte ich mir einen Studienstart vor Ort mit allen Mitstudierenden gewünscht. Durch den baldigen Wechsel in den kompletten Online Unterricht, hat der Austausch zwischen den Studierenden enorm gefehlt. Trotz dieser Umstände ging das erste Semester sehr zügig vorbei und schon stand das zweite Semester vor der Tür. Aufgrund meiner gewählten Studiendauer von drei Semestern, war nun die Master Thesis plötzlich schon ganz nah. Bereits im zweiten Semester beschäftigte ich mich nämlich mit dem Proposal. Der ersehnte Austausch, gerade auch in Bezug auf die Master Thesis, blieb aber weiter aus und fand lediglich in reduzierter Form mittels digitaler Kanäle statt. Das Frühlingsemester 2021 wurde komplett im Distanzunterricht durchgeführt. So mussten wir uns leider auf das persönliche Kennenlernen aller Mitstudierenden weiter gedulden.

Themenwahl der Master Thesis – Faszination und Aktualität

Obwohl die zugelassenen Themenfelder für die Master Thesis sehr breit sind, war für mich relativ schnell klar, dass ich meine im Bereich der Internationalisierung verfassen möchte. Bereits während meines Bachelorstudiums in «International Management» faszinierte mich dieses Thema besonders, wobei die Begeisterung für die Internationalisierung auch während des Masters nicht nachgelassen hat. Mein Enthusiasmus hängt sicherlich auch mit meinem grossen Hobby, dem Reisen zusammen. Der erste Schritt der Master Thesis, den Themenbereich zu definieren, war somit schnell überwunden. Jedoch war klar, dass das Thema weiter eingegrenzt werden musste. Ich entschloss mich schliesslich dazu das Thema der Internationalisierung mit E-Commerce zu verknüpfen. Diese Entscheidung habe ich infolge des wachsenden Online-Handels sowie anhand von Gesprächen mit Experten, die sich aufgrund ihrer Tätigkeit tagtäglich mit Themen der Internationalisierung beschäftigen, gefällt. Als Ziel meiner Master Thesis definierte ich herauszufinden, ob sich eine Internationalisierung mittels E-Commerce für Unternehmen im Konsumgüterbereich lohnt. Beim Online-Handel über Landesgrenzen hinaus wird von Cross border E-Commerce gesprochen.

Um die Forschungsfrage zu beantworten und somit das oben genannte Forschungsziel zu erreichen, wurden in einem ersten Schritt die Chancen und Herausforderungen in Bezug auf Cross border E-Commerce identifiziert. In einem zweiten Schritt wurden die nötigen Voraussetzungen, um mittels E-Commerce zu internationalisieren, ermittelt. Die Chancen, die Herausforderungen sowie die Voraussetzungen wurden anhand einer systematischen Literaturanalyse festgestellt. Mittels Workshops konnten die identifizierten Chancen, Herausforderungen und Voraussetzungen in die Praxis übertragen werden. Der Nutzen meiner Master Thesis liegt darin, dass Unternehmen des Konsumgüterbereichs die Relevanz der Chancen und Herausforderungen für ihr Unternehmen beurteilen können. Des Weiteren soll die Master Thesis Unternehmen die Möglichkeit bieten, den Erfüllungsgrad der notwendigen Voraussetzungen von Cross border E-Commerce zu definieren. Diese Schritte sollen schliesslich Unternehmen bei der Entscheidung über die Eignung von Cross border E-Commerce für ihr Unternehmen helfen.

Bewältigung von Herausforderungen

Für mich war sehr spannend, dass die Master Thesis die Möglichkeit bietet theoretische Aspekte aus der Literatur zu erarbeiten. Zudem fand ich es besonders interessant diese Aspekte anschliessend in die Praxis zu übertragen. Genau aufgrund dieser Praxisnähe schätzte ich das Studium an der Fachhochschule Graubünden sehr. Auch der direkte Austausch mit dem Advisor war für mich immer sehr wertvoll. Selbstverständlich trifft man aber im Verlauf der Master Thesis auf Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Um diesen zu begegnen, war für mich unteranderem der Austausch mit Mitstudierenden sehr wertvoll, da sie oft mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert waren. In meinem letzten Semester erlaubte es die Coronapandemie den Unterricht wieder vor Ort durchzuführen. Der lang erwartet Präsenzunterricht war also Tatsache und förderte den Austausch zwischen den Studierenden. War jedoch eine Herausforderung erfolgreich gelöst, stand meistens schon die Nächste an. So fühlte sich die Master Thesis manchmal wie eine Berg- und Talfahrt an. Trotz der Herausforderungen bereitete es mir Freude an einem Thema, das mich persönlich interessiert, zu arbeiten. Das Masterstudium kann ich allen, die sich für den Bereich der Internationalisierung aber auch für Innovation und Transformation interessieren, nahelegen. Die Studienrichtung «New Business» bietet eine einmalige Vertiefung in diesen Themengebieten.

 

Dieser Artikel ist als Erstpublikation im FHGR Blog erschienen.

Ramona Stampfli absolviert den Master in Business Administration mit der Studienrichtung New Business im letzten Semester an der FH Graubünden.

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