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Artistic Literacy: Mit kreativen Methoden zu erfolgreicher Prozessgestaltung und Leadership Skills

Kunst- und Designvermittlung ist ein vielfältiger Tätigkeitsbereich und lässt sich in unterschiedlichsten Berufsbildern zum Einsatz bringen. Teilnehmende des neuen CAS Artistic Literacy der HGK FHNW lernen, Kunst und Gestaltung als Mittel der Begegnung zu verstehen und zu nutzen.

Dorothée King, in welchen Berufsfeldern findet man Ihre Absolventinnen und Absolventen?

Die Kunst- und Designvermittlung ist ein dynamisches und agiles Kompetenzfeld. Unsere Studierenden und Weiterbildungsteilnehmenden schätzen den Mix von freier künstlerisch-gestalterischer Praxis und ihre Reflektion in Bildung und Soziokultur. Sie arbeiten in Schulen, Museen oder anderen Vermittlungsumgebungen. Und so finden sich unsere Absolvent:innen in Schulklassen aller Stufen, im Vermittlungsprogramm von Museen in der Schweiz und dem Ausland, in ihren Ateliers, als Projektleitende bei Organisationen wie Pro-Senectute, in den Redaktionen grösserer Medienhäuser und bisweilen in der Politik.

Museen müssen sich heute im Zuge der Digitalisierung und der sich stark verändernden Gewohnheiten neu erfinden, wenn sie weiter bestehen wollen. Mit welchen Angeboten reagieren Sie im CAS Artistic Literacy darauf?

Im CAS Artistic Literacy arbeiten wir mit dem Haus der Elektronischen Künste und dem Software- und Kulturunternehmen freisicht zusammen. Wir bieten einen Überblick zu den aktuellen digitalen Entwicklungen in den Künsten und im Design. Die Vermittlungspersonen sind Expert:innen für einen niedrigschwelligen und zugleich höchst reflektiven Umgang und Einsatz von Coding-Strategien, Artifical Intelligence, Augmented Reality, Bots, etc. Praktische Skills, die erlernt werden können, sind z.B. das digitale Storytelling, eine Methode, die in der Arbeit mit Social Media immer wichtiger wird. Schliesslich betrachten wir die Fähigkeit des Programmierens als eine Brücke in der Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen, als Mittel zum Verständnis zwischen den Digital Natives und den Digital Immigrants.

Für welche praktischen Kontexte ist die Weiterbildung CAS Artistic Literacy gedacht und was können die Teilnehmenden von dem Programm erwarten?

Die Weiterbildung CAS Artistic Literacy vermittelt künstlerische und gestalterische Tools, um neue Begegnungsmöglichkeiten in sozialen Praktiken, Bildungsssituationen, Integrationsprogrammen und Freizeitangeboten zu schaffen. Artistic Literacy bedeutet, künstlerische Prozesse zu verstehen und anwenden zu können. Der Schwerpunkt dieses CAS liegt auf den vielfältigen künstlerischen Ansätzen – sowohl analogen als auch digitalen – und ihrer Vermittlung.

Die Auseinandersetzung mit aktuellen künstlerischen Praktiken ist auf alle Fälle ein persönlicher Gewinn. Darüber hinaus befähigen wir die Teilnehmenden, das neu Gelernte in ihre Unterrichts- oder Vermittlungspraxis in Bildungseinrichtungen oder Museen einzubringen. Viele Teilnehmende sind zudem in Kontexten tätig, die soziale und kommunikative Kompetenzen erfordern. Durch die Stärkung ihrer eigenen künstlerischen und gestalterischen Kompetenzen ermöglichen wir ihnen die Integration von Gestaltung in Führungskontexte und das Erlernen neuer Kommunikationsformen.

Je klarer wir uns selbst sehen, desto mehr Verständnis haben wir für die Stärken und Herausforderungen von Anderen.

Was fĂĽr eine Rolle spielt dabei FĂĽhrung?

In meiner eigenen Erfahrung als Führungskraft durfte ich lernen, dass gute Führung auf guter Selbstführung aufbaut. Je klarer wir uns selbst sehen, desto mehr Verständnis haben wir für die Stärken und Herausforderungen von Anderen. Die Auseinandersetzung mit künstlerischen Methoden lässt uns verstehen, dass sowohl unser Leben als auch unsere Arbeitskontexte von uns kreativ mit-gestaltbarer sind. Mit den Tools aus dem Workshop «Speak Up and Lead» lernen wir, erfolgreich und mit Leichtigkeit Teams in herausfordern Prozessen zu begleiten und zu führen.

Der Workshop zu «Clowning, Child Play & Nature» hat einen augenfälligen Titel. Worum geht es da?

Diesen Workshop kann ich eigentlich allen empfehlen, die Lust haben, wieder zurückzukehren zu ihrer kindlichen Neugier, einem unvoreingenommenen kreativen Schaffensdrang und allen, die eine unkomplizierte Lösungsfindung in ihren Arbeitsalltag integrieren wollen. Mit performativen Techniken von Clownerie und dem Tool Lego Serious Play lernen die Teilnehmenden von internationalen Expert:innen innere Werte wiederzuentdecken, sich mithilfe dieser Werte erfolgreicher in Leadership, Lehr- und Vermittlungsaufgaben einzubringen und auf andere zuzugehen. Darüber hinaus arbeiten wir in anderen Angeboten wie dem Workshop «Vom Erleben zur Kunst» mit der Hochschule für Soziale Arbeit zusammen. Kreativität wird hier vom Konzept zur Erfahrung, es wird geübt und ausprobiert.

CAS Artistic Literacy

Das CAS Artistic Literacy eröffnet neue Perspektiven auf die eigene vermittlerische und künstlerische Praxis und regt zum gemeinsamen künstlerischen Gestalten unserer kulturellen (Um-)Welt an. Die Teilnehmenden werden in künstlerisch-vermittelnde Strategien eingeführt und lernen, mit dem Einsatz gestalterischer Fertigkeiten soziale Prozesse wirksam zu leiten. Dabei integrieren die angebotenen Themen Methoden aus den Bereichen Vermittlung, Digitalität, Bildende Kunst, Gestaltung, Kunstpädagogik sowie partizipativen Praktiken. Weil das CAS modular aufgebaut ist, können die einzelnen Workshops zu einer individuellen Weiterbildung zusammengestellt werden. «Artistic Literacy» wird mit erfahrenen internationalen Kunst- und Kulturschaffenden, Vermittler:innen, Künstler:innen und Dozierenden der HGK durchgeführt.

Dorothée King ist seit 2018 Professorin und Leiterin des Instituts Arts and Design Education IADE an der HGK Basel, FHNW. Das Institut IADE umfasst die Studiengänge BA Kunst- und Designvermittlung, MA Kunst- und Designvermittlung (in Kooperation mit der PH FHNW), das Studiengangs übergreifende Angebot CoCreate der HGK sowie das neue Weiterbildungsprogramm rund um das CAS Artistic Literacy. Seit 2023 leitet Dorothée King zudem das Ressort Weiterbildungen an der HGK FHNW.

Vor ihrer Tätigkeit in Basel war Dorothée King Lecturer an der Rhode Island School of Design,   RI, USA und Assistent Professor am Providence College, RI, USA. Sie koordinierte die «Graduiertenschule für die Künste und die Wissenschaften» an der Universität der Künste Berlin.  Sie lehrte und forschte an der Kunstuniversität Linz, war als Consultant für das TransArt Institute, NY, USA, und als Researcher am Banff New Media Institute in Kanada tätig.

Dorothée Kings wissenschaftliche Arbeit und Lehrtätigkeit konzentrieren sich auf partizipative Prozesse, multisensorische ästhetische Erfahrungen sowie die Geschichte und Zukunft von Kunst und Pädagogik. Neben ihren Tätigkeiten an der FHNW berät Dorothée King global kulturelle Institutionen in Teamentwicklungs- und Audience Development-Prozessen. Dabei schöpft sie aus ihren Aus- und Weiterbildungen in Coaching, Achtsamkeit und Leadership.

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