Überhaupt erfüllt das, was wir als «Arbeit» definieren ja bereits durch die Beschäftigung an sich einen gewissen Selbstzweck. In den meisten Fällen. Eigenerfahrungen hierzu durfte ich spätestens ab der Oberstufenzeit machen. Etwa als ich in den Sommerferien auf einem Kursschiff Kaffee servierte. Oder als ich in der «Abpackerei Früchte und Gemüse» eines grossen Detailhändlers frühmorgens am Fliessband Tomaten in Plastikschalen platziert habe. Ich war froh, blieb es damals mit den Tomaten bei zwei Wochen Ferienjob – und würdige umso mehr jene Menschen, die diese Arbeit über Jahre hinweg im Haupterwerb erledigen. Dasselbe gilt für das Ausliefern von Pizza mit dem Roller. Der Studentenjob hat zeitweise zwar richtig Spass gemacht, konnte aber bei Kälte und Regen zur mentalen Herausforderung werden, besonders wenn einem trotz Top-Service das Trinkgeld verwehrt blieb. Hier schmerzt im Einzelfall ja genauso sehr das kleine Zeichen der Wertschätzung, das einem vorenthalten wird.
Anerkennung, Wertschätzung, in welcher Form auch immer, ist ein elementares Puzzleteil für den gefühlten Erfolg. Egal wo. Ob bei der anspruchsvollen Polizeiarbeit, in der Politik – siehe die beiden Interviews Seite 13 und 17 – oder eben beim einfachen Ferienjob. Stimmt das Gefüge nicht mehr, so steigt der Stresspegel. Was arbeitsbedingter Stress den Bund jährlich kostet, erfahrt ihr im Beitrag auf Seite 22.
In diesem Sinne wünsche ich wörtlich: Frohes Schaffen! Dazu gute Lektüre und einen prächtigen Sommer.
gus
