Elektroauto im Winter: So optimieren Sie Reichweite und Ladevorgang

Tiefe Temperaturen verringern die Reichweite meines Elektroautos und verlängern die Ladezeiten. Kann ich etwas dagegen tun? Auf jeden Fall!


In diesem Ratgeber haben wir die wichtigsten Tipps zusammengestellt, damit Sie auch im Winter gut unterwegs sind.


Warum ist die Reichweite bei kalten Temperaturen reduziert?

Sobald die Temperaturen fallen, schnellt der Energieverbrauch von Elektroautos in die Höhe. Dafür gibt es mehrere Gründe: Erstens müssen im Winter der Innenraum, die Scheiben, allenfalls auch Sitze und Lenkrad beheizt werden, und zwar mit elektrischer Energie aus der Antriebsbatterie. Zweitens fühlt sich der Akku eines Elektroautos bei Temperaturen zwischen 20 und 40 Grad plus am wohlsten. Ist es deutlich kälter, funktioniert er schlechter und muss erst aufgewärmt werden. Wie stark der Energieverbrauch im Winter steigt, hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem auch vom Automodell.


Spielt es eine Rolle, ob ich Kurz- oder Langstrecke fahre?

Insbesondere bei Kurzstrecken steigt der Verbrauch deutlich. Denn dort kommt das Aufwärm-Problem besonders zum Tragen. Gleichzeitig fällt der Reichweitenverlust auf der Kurzstrecke weniger ins Gewicht, denn meistens gibt es genug Gelegenheiten zum Laden – daheim, in einer öffentlichen Ladestation oder bei der Arbeit. Auf längeren Strecken empfiehlt es sich ebenfalls, einen Ladestopp mehr einzuplanen. Übrigens benötigen auch Diesel- und Benzinfahrzeuge im Winter mehr Kraftstoff.


Was kann ich als Lenkerin oder Lenker selbst beeinflussen?

Es gibt viele Möglichkeiten, durch eigenes geschicktes Verhalten den Verbrauch des Elektrofahrzeugs zu beeinflussen.

1) Auskühlen verhindern

Parkieren Sie Ihr Elektroauto, sofern möglich, im Winter in der eigenen Garage oder unterwegs in einer Tiefgarage. So kühlt der Akku weniger aus – und auch der Innenraum. Beim Aufladen im Freien wird die Strommenge automatisch reduziert, um den Akku zu schonen. Dadurch dauert es länger.

2) Vorheizen 

Viele Elektroautos haben eine Standheizung und können entsprechend vorgeheizt werden. Bei gewissen Modellen kann auch der Akku direkt vorgeheizt werden. Ist das Fahrzeug gleichzeitig zum Laden angeschlossen, wird der Strom fürs Vorheizen aus dem Stromnetz gezogen – und nicht aus der Batterie. Das Vorheizen kann üblicherweise entweder in den Fahrzeugeinstellungen oder sogar per App programmiert werden.

3) Unterwegs Energie sparen

Wer beim Heizen des Autos die Klimaanlage auf Umluft statt auf Aussenluft stellt, benötigt weniger Energie. Eine weitere Option ist es, die Warmluftheizung nur klein einzuschalten und dafür Sitz- und Lenkradheizung einzustellen. Gewisse Elektroautos verfügen statt einer konventionellen Heizung über eine Wärmepumpe. Diese hat einen viermal geringeren Energieverbrauch.

4) Smart laden und Ladezeiten planen

Gerade im Winter ist es sinnvoll, den Akku jeweils dann zu laden, wenn er noch warm ist – also lieber abends nach der Fahrt als morgens vor der Fahrt. Denn bei einem kalten Akku wird die Ladeleistung z.B. in Schnelladestationen automatisch reduziert, so dauert es spürbar länger.

5) Sparsam fahren

Ist der Fahrmodus auf «Eco» gestellt, wird Energie gespart und das Durchdrehen der Räder wird reduziert. Kurze Fahrten mit langen Standzeiten dazwischen – zum Beispiel zur S-Bahn-Station auf dem Weg zur Arbeit – sind im Winter besonders energieintensiv, denn Innenraum und Batterie kühlen zwischendurch ab und müssen immer wieder neu aufgeheizt werden.


Sicherheit geht vor

Die Sicherheit ist immer wichtiger, als Energie zu sparen: Alle Scheiben müssen stets eisfrei sein und eine gute Sicht ermöglichen. Auch am Licht sollte keinesfalls gespart werden. Es ist sinnvoll, auch für gewohnte Strecken im Winter eine Reichweitenreserve einzuplanen, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Bei glatter und rutschiger Fahrbahn sollte eine zu starke Rekuperation vermieden werden, damit die Bremsleistung optimal genutzt werden kann.

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