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Was wurde aus der nächsten Generation der Pflanzen-Beleuchtung?

Stefan Schmutz
FH-Absolvent | cropled
  • 29.04.2022
  • 5 min
Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an den FHNEWS-Artikel über Project Aurora und ihrer neuartigen Lampe (vgl. ganz unten). Ein Jahr ist vergangen, vieles ist geschehen und Project Aurora gehört der Vergangenheit an. Doch was ist passiert? Hat die Lampe keinen Anklang gefunden? Haben sie keine Investoren gefunden?

Vom Projekt zur Firma

Ganz im Gegenteil - aus Project Aurora wurde nun die Firma cropled AG. An einem sonnigen Dienstag im Februar wurde die Gründungsurkunde von den drei Gründern Remo Oberholzer, Michael Blickenstorfer und Samuel Beer in Sarnen unterschrieben. Doch damit nicht genug. Zuvor hat das Team im November 2021 den ersten Platz beim Zünder Award geholt und im Januar 2022 beim Venture kick gewonnen. Nun arbeitet das Team energisch daran, ihre nächste Version des Beleuchtungssystems herauszubringen.

Aus einer Lampe wird ein System

Das cropled-Team will nicht nur eine Lampe auf den Markt bringen. Da jede Pflanze und jede Forschung eigene Anforderungen haben, wird ein eigenes Belichtungssystem entwickelt, dass modular auf die eigenen Bedürfnisse zusammengestellt werden kann. Die einzelnen Lampen können durch ein Klicksystem benutzerfreundlich ins System eingefügt werden. So kann aus einer intelligenten Lampe ein ganzes Beleuchtungssystem werden, das auf die Pflanze und/oder auf die Forschungsfrage zugeschnitten ist. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Energie. Weiter wird konstant an der Verbesserung der Software sowie der Benutzeroberfläche gearbeitet, um die Lampe zu einem möglichst energiesparenden System zu entwickeln. Ein Beispiel? Man stelle sich vor, man baut Tomaten an. Tomaten sind sehr lichthungrig – sie brauchen also viel Licht. Nun ist aber irgendwann die Saison für Tomaten beendet und man möchte als nächstes Salat anbauen. Salat braucht relativ wenig Licht. Es wäre nun Energieverschwendung, alle Lampen weiter im System zu belassen. Deshalb kann man – um bei unserem Beispiel zu bleiben – nun ganz einfach die Lampenanzahl halbieren und sie sicher vor Umweltfaktoren an einen Ort räumen, bis man sie wieder braucht.

Doch damit nicht genug. Das Ziel des Teams ist es auch, eine Variante zu entwickeln, die Sensoren integriert, damit die Lampe alle nötigen Daten über die Pflanzen an den Nutzer übertragen kann und der Nutzer immer weiss, wie es seinen Pflanzen geht. Das System soll so weit entwickelt werden, dass man die Lampe nur noch aufhängen muss und die Lampe selber erkennt, was für eine Pflanze darunter steht, und automatisch das ideale Licht für die Pflanze einstellt.

Die Suche nach Wissen

Um die optimalen Lichtbedingungen für jede Pflanze herauszufinden, hat das Team ihr eigene Forschung begonnen. In Alpnach (OW) entwickeln sie Lichtprofil für Lichtprofil, testen es kontinuierlich an ihren Pflanzen und nähern sich auf diese Weise immer mehr dem perfekten Profil. Dabei können sie auf weltweite Forschungsberichte bauen. Basis dabei sind Daten von Lichtmessungen aus der ganzen Welt. Auf Basis dieser können Rückschlüsse gezogen werden, welche Lichtbedingungen optimal für die unterschiedlichsten Pflanzen sind. Weiss man, wie die Lichtverhältnisse auf einem grossen Baum im Amazonas sind, weiss man auch, welches Licht eine Orchidee aus dieser Region benötigt. Kennt man die Lichtverhältnis in den Alpen, kann man auf dieser Basis ein Lichtprofil für ein Edelweiss entwickeln - denn Pflanzen haben sich über die Millionen von Jahre an ihr natürliches Habitat angepasst.

Anschliessend plant das Team auf Basis dieser Lichtprofile das Licht so zu verändern, dass gezielt gewisse Inhaltsstoffe der Pflanze durch das Licht erhöht werden können. Basilikum kann so geschmacklich merklich verbessert werden.

«First Ventures» fördert Projekte von FHler:innen

Mit «First Ventures» fördert die Gebert Rüf Stiftung Bachelor- und Masterstudierende von Fachhochschulen, die in ihrer Abschlussarbeit eine innovative Geschäftsidee entwickeln. Die Unterstützung bietet einen finanziellen Projektbeitrag von bis zu CHF 150’000 sowie ein individuell abgestimmtes Coachingprogramm. Für den Schwerpunkt stehen jährlich CHF 2 Mio. zur Verfügung. Was die bisherigen First Ventures-Gewinner:innen alles erreicht haben, zeigen diese Impact Clips.