Profisport und Studium? Disziplin und Kompromissbereitschaft!


Tim Nussle | Student Tourismus | FH Graubünden26.10.2021

Seit 13 Jahre spiele ich Unihockey und drücke nebenbei die Schulbank. Den Profisport und das Studium unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach aber durchaus machbar.

Mit neun Jahren begann ich, in meiner Heimat, bei Unihockey Tösstal Wila-Saland, Unihockey zu spielen. Nach drei Jahren, mit dem Wechsel zum HC Rychenberg Winterthur, kam sogleich der Sprung vom Breitensport zum Leistungssport. Ich durchlief sämtliche Leistungsstufen, U16 und U18 beim HC Rychenberg Winterthur und die U21 beim Grasshopper Club Zürich, in der höchsten Liga der Schweiz.


Sprung in die NLA

Im Frühling 2020 erwartete mich mein bisher grösster Schritt in meiner noch jungen Karriere, der Sprung in die NLA. Bereits im Herbst des Vorjahres immatrikulierte ich mich an der Fachhochschule Graubünden im Studiengang Bachelor of Science in Tourism, weshalb der Wechsel zu Chur Unihockey naheliegend war. Ich befinde mich nun in meinem zweiten Jahr bei Chur Unihockey und ebenfalls im zweiten Jahr meines Studiums.


Zeit effektiv nutzen

Den ‚Profisport‘ mit dem Studium unter einen Hut zu bringen erfordert sehr viel Disziplin und Kompromissbereitschaft. Wir trainieren während der Saison 4-mal pro Woche plus 1-2 Matches am Wochenende und in der Sommerpause kann sich die Anzahl der Trainings auf 7-mal pro Woche erhöhen. Man könnte also sagen, wenn ich nicht in der Schule bin, findet man mich in der Halle. Die Zeit die für ein Training in Anspruch genommen wird, beträgt schnell einmal zweieinhalb bis drei Stunden. Bei einem Auswärtsspiel in der Umgebung Bern bis zu zwölf Stunden. Einzig die Zeit auf der Hin- und Rückfahrt im Car bleibt, um etwas für die Schule zu machen, allerdings ist das Konzentrationslevel in einem Car mit bis zu 30 Leuten nicht besonders hoch. Viel Zeit pro Woche geht also für das Training verloren. Zeit, welche ich für Aufgaben der Schule, wie Gruppenarbeiten, schriftliche Arbeiten oder die Repetition der vergangenen Thema nutzen könnte. Deshalb ist es für mich umso wichtiger aktiv und aufmerksam am Unterricht teilzunehmen und die übrige Zeit effektiv zu nutzen um die genannten Aufgaben zu erledigen. Was mir am wichtigsten erscheint, ist die durchdachte Planung der Lernphase. Die zwei Wochen vor den halbjährig stattfindenden Prüfungen sind jeweils Unterrichtsfrei und können daher für das Lernen verwendet werden. Schulisch gesehen die wichtigsten vier Wochen des Jahres. Nutzt man diese effizient wird man das Semester mit grosser Wahrscheinlichkeit bestehen und die verlorene Zeit in welcher man keine Motivation hat etwas für die Schule zu tun, ist nicht mehr von Bedeutung.


Rücksicht meiner Bekannten ist wichtig

Nebst dem Sport und der Schule gibt es allerdings noch weitere Dinge die für mich wichtig sind im Leben; Familie und Freunde. Mit dem Wechsel nach Chur kam auch der Umzug nach Chur. Nebst der aufgewendeten Zeit für Sport und Schule bleibt somit nicht viel Zeit übrig für Familie und Freunde. Meine Freunde nebst der Schule und dem Sport zu treffen ist schwierig, denn oft finden diese Treffen an einem Abend oder Wochenende statt, weshalb es für mich meistens nicht möglich ist dabei zu sein. Und wenn ich unter der Woche einen Tag frei habe, nutze ich diesen um zu arbeiten, da das Unihockey mir bis jetzt nicht dazu ausreicht um finanziell unabhängig zu sein 😉. Auch für meine Familie, Freunde und Freundin kann es manchmal etwas mühsam sein Dinge zu planen und wenn diese geplant werden, müssen sie immer mit Rücksicht auf mich geplant werden.

Kommentar erfassen

Kommentare (0)

Meistgelesen