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Goodbye Lesbos

Debora
Studentin ZHAW
  • 01.02.2022
  • 2 min
Seit Beginn meines Praktikums hier auf Lesbos sind Abschiede ein grosses Thema. Monatlich, wöchentlich sogar täglich verlassen Menschen, die man kennt die Insel. Die Einen kennt man gut, man wurde Freunde und andere hingegen kannte man nur flüchtig. Doch nicht alle verlassen die Insel aus demselben Grund und mit denselben Erwartungen.

Volunteers, welche einige Monate oder Jahre auf der Insel verbracht haben, reisen zurück «nach Hause». Sie waren vorübergehend hier, sie wussten, dass diese Zeit ein Ende haben wird und dass es irgendwann zurück gehen wird, wo Freude und Familie warten werden. Eine Zukunft, welche eventuell noch nicht besiegelt ist, aber auf einen wartet. Ich persönlich blicke auf eine sehr lehrreiche und spannende Zeit zurück. Ich durfte viele neue Freundschaften schliessen, viele neue Erfahrungen sammeln und persönlich einen grossen Schritt wachsen. Traurig, dass meine Zeit bereits vorüber ist, mache ich mich in einer Woche zurück auf den Weg nach Hause.

 

Auf der anderen Seite wird die Insel täglich von geflüchteten Menschen verlassen. Menschen, welche nicht zurück nach Hause können. Sie sind glücklich, endlich ihre Papiere zu haben und die Insel verlassen zu können, auf welcher sie so lange gefangen gehalten wurden. Doch was wartet auf sie? Die meisten blicken in eine unklare Zukunft und wissen nicht, was genau auf sie zukommt, sobald die Fähre oder das Flugzeug in Athen oder an einem anderen Ort ankommt. Wir alle verlassen die Insel mit gemischten Gefühlen. Der Unterschied ist, dass die Einen traurig sind, die Insel zu verlassen, weil sie eine gute Zeit hatten, vieles lernen durften und Erfahrungen gesammelt haben. Die Anderen sind glücklich Lesbos endlich hinter sich zu lassen, aber der Blick in die Zukunft ist alles andere als erfreulich.

 

 

Dieser Beitrag ist als Erstpublikation auf der ZHAW Blogseite erschienen.

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