Gesund durch die Lehre



Junge Leute sind die Zukunft der Schweizer Wirtschaft. Knapp zwei Drittel von ihnen schliessen eine Lehre in einem von 230 Berufen ab. Berufsbildungsverantwortliche, welche die Jungen im Betrieb begleiten, nehmen ebenfalls eine zentrale Rolle ein. Deshalb will Gesundheitsförderung Schweiz sie mit einem einfachen Zugang zu validen Informationen zur Förderung der psychischen Gesundheit von Jugendlichen im Betrieb in ihrer Rolle stärken.

Aus dem Job-Stress-Index 2018 geht hervor, dass von den Erwerbstätigen in der Schweiz die Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen das schlechteste Verhältnis zwischen Ressourcen und Stressoren aufweist. Diese Altersgruppe präsentiert zudem die höchste Rate an psychisch erschöpften Personen. Auch die gesundheitsbedingten Produktivitätsverluste sind bei den 16- bis 24-Jährigen am höchsten. Und gemäss Suva steigt bei zeitdruckbedingtem Stress das Unfallrisiko um 50 Prozent.


Schwierige Arbeitssituationen als Auslöser

Die häufigsten Auslöser für psychische Probleme von Jugendlichen sind schwierige Arbeitssituationen, zwischenmenschliche Schwierigkeiten, Überforderung und Stress. Das zeigt auch die LiSa-Studie aus dem Jahr 2013, bei der über 800 Lernende aus Ostschweizer Gesundheits-, Sozial- und Baubetrieben nach schwierigen betrieblichen Situationen gefragt wurden. Die Ergebnisse des LEVA-Projekts der Erziehungsdirektion des Kantons Bern belegt zudem, dass die häufigsten Gründe für Lehrvertragsauflösungen schlechte Arbeitszeiten, unangenehme Arbeit und fehlende Mitbestimmung sind. In den letzten Jahren stärker in den Fokus gerückt, gewinnt die psychische Gesundheit als nicht übertragbare Krankheit an Bedeutung.


Unterstützendes Material für Berufsbildungsverantwortliche


Um die psychische Gesundheit der Jugendlichen im Betrieb gezielt zu unterstützen und zu fördern, entwickelt Gesundheitsförderung Schweiz das Angebot FWS Apprentice. Dieses besteht aus regelmässigen Erfahrungsaustauschtreffen und der Applikation FWS Apprentice Experts für Berufsbildungsverantwortliche, die im Herbst lanciert wird. Bereits heute profitieren Nutzer von einer Wissens-Website und einem Weiterbildungsangebot. Die Website bietet Fachinformationen und Hilfsmittel wie Checklisten und Good-Practice-Beispiele zur Gesundheit und zur Führung von Lernenden, zu Besonderheiten des Jugendalters, Aufgaben und Stress sowie Motivation und Leistung. Ziel von FWS Apprentice ist, Berufsbildungsverantwortliche dabei zu unterstützen, Lernenden beizubringen, besser mit Belastungen und ihren Ressourcen umzugehen. Lernende werden damit auf das Thema Stress sensibilisiert und lernen ihre Handlungsmöglichkeiten kennen. Das Angebot FWS Apprentice steht allen Berufsbildungsverantwortlichen gratis in den drei Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch zur Verfügung (exkl. Weiterbildung).


"Die Ursache für eine Berufsunfähigkeit ist in den meisten Fällen eine psychische Erkrankung. Dabei treten psychische Krankheiten in jungen Jahren immer öfter auf. Deswegen entwickelt Gesundheitsförderung Schweiz das Angebot FWS Apprentice. Dieses unterstützt Berufsbildungsverantwortliche dabei, Lernenden beizubringen, besser mit Belastungen und ihren Ressourcen umzugehen. Lernende werden damit auf das Thema Stress sensibilisiert und lernen ihre Handlungsmöglichkeiten kennen."

René Marcello Rippstein, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Betriebliches Gesundheitsmanagement, Gesundheitsförderung Schweiz


Zum FWS Apprentice

Kampagne «unser Nachwuchs»

Wie die SwissSkills wollen auch FH SCHWEIZ und die Stiftung FH SCHWEIZ im 2020 Impulse für die Berufsbildung setzen - trotz Verschiebung der Events. Mit der Kampagne «unser Nachwuchs» zeigen wir mit unseren Partnern, FH-Botschafterinnen und -Botschaftern, Videos und Trailern, welche Türen die Berufsbildung öffnet.


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