Wie sind die Forschenden vorgegangen?
Die Forschenden nutzten die Prinzipien des «Design Sprints», um den Ansatz zu entwickeln, wie langjährige Bezüger*innen von Sozialhilfe besser begleitet werden können. Bei der Projektmethode stehen die Bedürfnisse von Klient*innen und das laufende Verbessern der Situation im Zentrum. Die Forschenden nannten ihren Ansatz «Richtungswechsel». Diesen testeten sie in einem Experiment mit den Sozialdiensten dreier Städte und einer Gemeinde.
Dabei wurden die teilnehmenden Sozialhilfe-Bezüger*innen in zwei Gruppen aufgeteilt. Während drei bis vier Monaten wurde der einen Hälfte die herkömmliche Begleitung zuteil, die andere erhielt eine Beratung gemäss neuem Ansatz. Am Schluss prüften die Forschenden beispielsweise, wie sich die Erlebnisse der eigenen Kompetenzen, das Wohlbefinden und der Bezug der Sozialhilfe entwickelt hatten.
Zu welchen Ergebnissen ist die Studie gekommen?
Der neue Beratungsansatz verbesserte das Kompetenzerleben der Sozialhilfe-Bezüger*innen, das heisst, die Personen hatten das Gefühl, mehr Kontrolle über ihr Leben zu haben. Auch waren sie weniger erschöpft.
Die Lebenszufriedenheit und der Bezug der Sozialhilfe entwickelten sich in beiden Gruppen ähnlich. Dies könnte daran liegen, dass sie vom Zustand wichtiger Lebensbereiche – zum Beispiel eine Arbeit haben – abhängen und diese sich am Ende der Beratung nicht verändert hatten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der neue Ansatz die Menschen befähigt, Herausforderungen im Leben anzugehen und dazu beiträgt, dass sie sich besser fühlen.
Was ist anders beim «Richtungswechsel» als bei einer konventionellen Beratung?
Beim «Richtungswechsel» sollen die Bezüger*innen von Sozialhilfe Zukunftsszenarien für verschiedene Lebensbereiche wie Arbeit, Gesundheit oder Beziehungen entwerfen. Dadurch können sie sich intensiv mit ihrer persönlichen Situation auseinandersetzen und klären, was ihnen wichtig ist und was sie wie ändern möchten.
Diese Arbeit erfolgt in einem intensiveren Prozess mit mehr Beratungsterminen als bei einer konventionellen Unterstützung. Und nicht zuletzt begleitet sie eine andere Fachperson durch den Prozess, wodurch eine zusätzliche Dynamik entsteht.