Vom All zur Pflege am Bett
Allfällige Zellschäden oder Veränderungen im Gewebe macht der industrielle Computertomograf «Luci» – kurz für Lucerne Computed Tomography Imaging – sichtbar. Das Gerät auf dem Campus Horw erzeugt dreidimensionale Bilder mit mikroskopischer Auflösung: bis zu hundertmal präziser als medizinische Geräte in Spitälern. Damit lassen sich kleinste strukturelle Veränderungen in Bandscheiben sichtbar machen, ohne das Gewebe zu verändern.
Die gewonnenen Erkenntnisse sind nicht nur für die Raumfahrt von Interesse, sondern für alle, die im Berufsalltag erheblichen körperlichen Belastungen ausgesetzt sind, wie zum Beispiel Pflegefachkräfte.
Gemeinsam mit der Abteilung Herzchirurgie des Luzerner Kantonsspitals arbeiten Marcel Egli und sein Team an einem Leitfaden, der zeigt, wie sich Rückenbelastungen im Arbeitsalltag reduzieren lassen. «Zudem rückt der Einsatz technischer Hilfsmittel wie Exoskelette näher», sagt Egli. «Diese tragbaren Assistenzsysteme – bisher vor allem in der Industrie erprobt – sollen im Rahmen unserer Studie auf ihre Alltagstauglichkeit im Pflegebereich untersucht werden.»
Dem Schmerz auf der Spur
Während die Medizintechnik den Fokus auf die Bandscheibe selbst legt, geht die Maschinentechnik einer grundsätzlichen Frage nach: Wie ensteht chronischer Rückenschmerz und was hält in aufrecht? «Zwischen einer strukturellen Veränderung im Rücken und der tatsächlichen Wahrnehmung im Gehirn liegen komplexe neuronale Prozesse», sagt Philipp Schütz, Forschungsgruppenleiter im Kompetenzzentrum Thermische Energiespeicher.