Reto Steiner, Hochschulleitungsmitglied der ZHAW und Leiter des Ressorts Bildung
Vor rund 100 Tagen hat die ZHAW das neue Ressort Bildung eingeführt. Sie sind dessen Leiter. Dieses ersetzt die bisherigen Ressorts Lehre und Weiterbildung. Welches Ziel verfolgt das neue Ressort Bildung?
Als wissenschaftsbasierte und praxisorientierte Hochschule müssen wir eine Vorstellung davon haben, welches Wissen und welche Kompetenzen wir den Studierenden auf welche Weise am besten vermitteln, sodass sie sich in ihrem Arbeitsumfeld weiterentwickeln und Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen können. Wenn es uns gelingt, Synergien im Bereich Bildung bestmöglich zu nutzen, Lernprozesse bedürfnisgerecht zu individualisieren und Lernzeiten, -orte und -modalitäten zu flexibilisieren, dann wäre das ideal.
Wo möchte die ZHAW in zehn Jahren stehen?
Mit der Lifelong-Learning-Strategie und einem integrierten Ressort Bildung wollen wir sicherstellen, dass die ZHAW auch in zehn Jahren eine Hochschule ist, welche die Menschen optimal auf das Berufsleben vorbereitet und sie während ihrer gesamten beruflichen Karriere individuell fördert und unterstützt. Als Bildungspartnerin möchten wir sie befähigen, unternehmerisch zu denken und zu handeln. Die Absolventinnen und Absolventen sollen aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen aktiv mitgestalten und geeignete Lösungen entwickeln können. Dazu tragen unsere Bildungsangebote bei, die konsequent den Anspruch haben, neuste wissenschaftliche Erkenntnisse zu integrieren.
Wenn Studiengänge individueller werden sollen, worauf muss man dann bei der Zertifizierung achten?
Am wichtigsten ist die Nachweisbarkeit von im Studium erworbenen Kompetenzen. Wir legen grossen Wert auf Arbeitsmarktfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen.
Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, was man junge Menschen heute lehren sollte?
Die wichtigste Kompetenz ist, sich rasch und eigenständig neues Wissen aneignen und daraus Handlungskompetenzen entwickeln zu können. Die Halbwertszeit von Wissen ist heute sehr kurz. Deswegen ist es essenziell, sich während des Berufslebens aktiv neues Know-how zu erarbeiten, um neue Impulse setzen zu können.