3 aktuelle Herausforderungen aus der Praxis
Trotz besserer Trainingsdaten, Chips und «Token-Fabriken» sowie PhD-Level-Intelligenz bleiben operative Hürden bei der Einführung, hier einige Challenges:
Viele Firmen haben fragmentierte Daten und unklare Eignerschaft. Dezentrale Datenprodukte mit Domain-Ownership (Data Mesh) fehlen in Unternehmen oft. Zugleich könnten Agenten bald auch Fachkräfte via Microsoft Teams interviewen, um «Tacit Knowledge» zu erschliessen.
Regulatorik verlangt transparente Nachvollziehbarkeit. Gängige Frameworks bieten out of the box oft schwaches Logging und lückenhafte Zugriffskontrollen. Brisant wird das, sobald Agenten via MCPs autonom in Systemlandschaften agieren.
Den ROI für Agentic AI, Themen effektiv messbar zu machen und zu steuern, bleibt schwierig, da sich die Kosten (Token, Infrastruktur, Engineering) zwar exakt erfassen lassen, der Nutzen aber oft diffus, indirekt und schwer attribuierbar ist.
Wie reagiert die Schweizer Wirtschaft?
Der Trend ist eindeutig, doch die Massenadoption hinkt der Komplexität hinterher. Professionals und Manager:innen delegieren künftig auf Makroebene und steuern die Ausführung auf Mikroebene. Ihre Rolle wandelt sich zur überwachenden, beratenden Expertenfunktion, während Agenten die operative Last stemmen. Datenschutzkonform und, wo nötig, zu 100 % in der Schweiz. Das verlangt ein signifikantes Upskilling praktisch jeder Workforce.
Loops zu engineeren, ROAI messbar zu machen und interne Agentic Software Factories aufzubauen zur Reduktion des Externen IT Spends sind gegenwärtig einige der vielen Kernthemen.
Bald können Agenten auch mit @AgentName holistisch in Microsoft Teams Chat «leben» und so organisationsübergreifend 24/7 zur Verfügung stehen und eben nicht mehr einzeln pro User auf dem Desktop.
KI-Upskilling in der Ära smarter KI-Agenten
Echtes Bauen und Anwenden hält am Ball. Allein im Q1/2026 releaste Anthropic Claude Cowork, Claude Code, Claude Design, Claude Managed Agents, Claude Security, Claude for Sales, respektive OpenAI Codex und auch OpenClaw war im Trend anfangs Jahr. Gleichzeitig führte der weltweite Ban der US-Regierung von Fable 5 von Anthropic für Furore.
Entscheidend ist demnach weniger, ein Tool zu meistern, als ein mentaler Paradigmenwechsel: Echte «AI-natives» denken über Produktivität hinaus ins Capability Enabling.
Alt: «Wir zielen auf 20 % Produktivitätssteigerung eines FTE.»
Neu: «Ein FTE ist mit Agenten capabler als ganze Strukturen und sollte als Leverage-Holder für Agentic AI upgeskillt werden.»
Alt: «Wir integrieren Copilots in bestehende Workflows.»
Neu: «Wir erschaffen eine queryable Unternehmung, in der Agenten als KI-Operating-System (KIOS) jederzeit auf alle Komponenten zugreifen.»
LLM-Councils als Ausblick
Statt eines einzelnen Modells beraten künftig mehrere, teils unterschiedliche LLMs parallel über dieselbe Aufgabe und aggregieren ihre Antworten zu einem robusteren Ergebnis. Wie in einem Gremium gleichen sich Schwächen und Bias einzelner Modelle aus. Wie oben erwähnt «sitzen» in diesen Councils ein Mix von OpenSource wie auch ClosedSource LLM’s.
Im Zentrum ist und bleibt der Mensch: neu als Makro-Delegator mit Mikro-Steuerung. Er ist Orchestrator, Brainstormer, Evaluator, Dirigent von KI-Agenten und Empfänger vom Entscheidungskonsens aus dem LLM-Council.