Wie anstrengend das Grossstadtleben sein kann, habe ich hier einmal mehr bemerkt. Obwohl Berlin mit knapp vier Millionen Einwohner*innen nicht mal annähernd zu den grössten Städten der Welt zählt, ist die Grösse auf allen Ebenen spürbar. Die kulturelle Vielfalt der Stadt lässt keine Wünsche offen, kulinarisch kriegt man hier fast alles und die verschiedenen Kieze der Stadt wirken teilweise wie Mini-Städte in der Grossstadt.
Doch genau dieses Gefühl, dass an allen Ecken immer etwas los ist und man pausenlos unterwegs sein kann, kann auch überfordern. Nach einigen Wochen spätabends Nachhausekommens – da noch eine Soli-Veranstaltung, hier noch ein Konzert und dort ein Filmfestival – musste ich mir eingestehen, dass ich eine Pause brauche. Und wo zieht es Berliner*innen hin, wenn ihnen die vielen Grünanlagen in der Stadt nicht ausreichen? Brandenburg! Da schlägt jedes Naturherz höher. Die totale Loslösung von der Zivilisation in verlockend greifbarer nahen Ferne. Vor allem der Spreewald hat es mir angetan und meine Erwartungen an eine kurze Erholung von der Grossstadt absolut übertroffen. Hier kann man sich beispielsweise tagelang in und um einen umgebauten Bauwagen vertun. Viele schöne Radwege führen an Wassermühlen, Bauernhöfen und Feldern vorbei, sodass die Erholung sich bereits auf dem Weg zum Idyll einstellt.