Gesunde Teams entstehen nicht zufällig – sie werden gestaltet

Der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt fällt in eine Lebensphase voller Veränderungen. Lernende entwickeln ihre berufliche und persönliche Identität, während sie gleichzeitig mit neuen Anforderungen, sozialen Strukturen und Leistungserwartungen konfrontiert sind. Viele Betriebe erleben daher vermehrt Unsicherheiten oder Belastungen bei Lernenden. Für Akteure in der Berufsbildung stellt sich die Frage: Wie kann Gesundheitsförderung dort ansetzen, wo Lernende tatsächlich lernen und arbeiten – im Team und im betrieblichen Alltag?

Psychische Gesundheit von Lernenden; zwischen Belastung und Entwicklung Eine in der Schweiz durchgeführte «WorkMed»- Studie (siehe Box) mit rund 45 000 Lernenden zur psychischen Gesundheit in der Berufslehre zeigt; Rund 80 Prozent der Lernenden berichten über hohes Wohlbefinden, Sinn und Stolz in ihrer Arbeit. Gleichzeitig erlebt jedoch ein Teil der Lernenden während der Lehre psychische Belastungen. Diese Ambivalenz weist darauf hin, dass Belastung und positives Erleben gleichzeitig vorkommen können – entscheidend ist, wie gut das Umfeld Lernende auffängt, begleitet und stärkt.

Teamarbeit als zentraler Schutzfaktor

Belastungen werden vor allem dann als schwer erlebt, wenn Lernende wenig Rückmeldung erhalten, sich nicht ausreichend unterstützt fühlen oder Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit erleben. Umgekehrt wirken wertschätzende Zusammenarbeit, klare Rollen und eine offene Kommunikationskultur als Schutzfaktoren. Lernende, die sich als Teil eines funktionierenden Teams erleben, entwickeln schneller Vertrauen, Selbstwirksamkeit und eine stabile berufliche Identität.

Gesundheitsförderung dort, wo Arbeit stattfindet

Genau an diesem Punkt setzt das Angebot «Apprentice» (Link siehe Box) von Gesundheitsförderung Schweiz an. Es richtet sich an Berufsbildungsverantwortliche und Führungspersonen, die Lernende im betrieblichen Alltag begleiten und sie in ihrer Entwicklung stärken. Im Zentrum stehen dabei nicht medizinische Fragestellungen oder therapeutische Interventionen, sondern die Stärkung professioneller Handlungsfähigkeit im Teamkontext.

«Apprentice» unterstützt Betriebe insbesondere dabei, tragfähige Beziehungen zwischen Lernenden und Berufsbildenden zu gestalten, Belastungen früh zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren, Warnsignale einzuordnen und rechtzeitig zu handeln sowie ein wertschätzendes Team- und Betriebsklima zu entwickeln. Früh erkennen – gemeinsam handeln Veränderungen im Verhalten, in der Leistung oder im emotionalen Ausdruck von Lernenden sind wichtige Hinweise, die ernst genommen werden sollten. Dabei geht es nicht darum, Diagnosen zu stellen oder Probleme zu pathologisieren. Entscheidend ist vielmehr, aufmerksam zu bleiben, das Gespräch zu suchen und bei Bedarf Unterstützung zu organisieren.

Viele Berufsbildungsverantwortliche berichten, dass ihnen im Alltag Zeit, Wissen oder Orientierung im Handeln fehlen – insbesondere bei psychischen Themen. Gleichzeitig zeigt die Praxis; Zu langes Abwarten kann Probleme verschärfen – sowohl für Lernende als auch für Teams. Unsicherheiten, unausgesprochene Spannungen oder fehlende Rückmeldungen wirken sich unmittelbar auf das Arbeitsklima aus.

Mit «Apprentice» erhalten Berufsbildungsverantwortliche konkrete Unterstützungsformate, im Alltag kompetent und frühzeitig zu handeln. Das Angebot vermittelt Orientierung und Handlungssicherheit und stärkt Berufsbildungsverantwortliche in ihrer Rolle als zentrale Bezugspersonen für die Lernenden im Lernort Betrieb. Der Fokus liegt auf Zusammenarbeit, Kommunikation und Beziehungsgestaltung – also auf Faktoren, die erwiesenermassen einen grossen Einfluss auf Wohlbefinden und Entwicklung von Lernenden haben.

Gesundheitsförderung beginnt früh – und im Team

Eine gute Lehre ist weit mehr als fachliche Ausbildung. Sie vermittelt Zugehörigkeit, Orientierung und stärkt junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung. Betriebe, die bewusst in Teamarbeit, Kommunikation und Beziehungsgestaltung investieren, leisten damit einen wichtigen Beitrag zur psychischen Gesundheit von Lernenden – und sichern gleichzeitig ihre eigene Zukunft.

Nach dem Lehrstart ist vor dem Lehrstart
Gerade in den ersten Tagen brauchen Lernende Orientierung, klare Ansprechpersonen und das Gefühl, willkommen zu sein. Ein gut vorbereiteter Einstieg schafft dafür wichtige Voraussetzungen und stärkt Motivation, Lernen und psychische Gesundheit. Die Checkliste «Lehrstart kompakt» unterstützt Berufsbildungsverantwortliche dabei, den Einstieg neuer Lernender gut vorzubereiten und zu begleiten – vom ersten Arbeitstag bis zum ersten Arbeitsmonat. Sie bietet praktische Hinweise zu Orientierung, Teamintegration, Feedback, psychologischer Sicherheit und zum Umgang mit Stress.

→ Zur Checkliste «Lehrstart kompakt»


Workshop «Gesunde Teams sind kein Zufall – sie werden gestaltet.»
Donnerstag, 17. November 2026, 16.30 Uhr, Luzern
Mit Anita Blum, Projektleiterin, Gesundheitsförderung Schweiz
Im Vorprogramm zum «Nationalen Bildungspreis»

→ Anmeldung zum kostenlosen Workshop


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