Welche Risiken gibt es beim Sponsoring? Gerade die Fussball-WM 2026 ist in der Öffentlichkeit sehr umstritten.
Mit Sponsoring kann man sich eine enorme Reichweite kaufen, aber man kann das Narrativ schlechter kontrollieren und muss darum auf der Hut sein. Der Imagetransfer kann auch in die falsche Richtung gehen: Wenn ein Event kritisiert wird, können Sponsoren auch Teil der Debatte werden. Reputation und Glaubwürdigkeit sind bedroht. Als Sponsor muss man sich dieser Gefahren bewusst sein und einen Plan haben, wie man darauf reagiert. Marken können allerdings auch davon profitieren, wenn sie unter Kritik eine klare Haltung vertreten. Wichtig ist deshalb, dass das Sponsoring in die Unternehmenskommunikation integriert ist. Es hat enge Verbindungen zu Marketing, PR und Social Media.
Welche Trends gibt es im Sponsoring?
Früher war es vor allem Logoplatzierung. Heute fragt man sich: Was erleben die Zuschauenden mit meiner Marke? Dank der Digitalisierung können Sponsoren jeden Moment der 90 Minuten abgreifen und in Echtzeit daraus etwas Individuelles kreieren. Wird etwa ein Elfmeter gehalten, kann ein Versicherungsunternehmen seine LED-Banden-Werbung anpassen im Stil von «Hält jeden Schuss – dein Versicherungsunternehmen» oder auf Social Media etwas dazu posten.
Sponsoring für die Beziehungspflege einzusetzen, sei es im B2B-Bereich oder fürs Employer Branding, ist ebenfalls sehr beliebt. Unternehmen laden Geschäftspartner oder Kund:innen ins Stadion ein, denn ein Matchbesuch ist einer Geschäftsbeziehung meist dienlicher als PowerPoint-Folien. Auch die interne Wirkung ist nicht zu unterschätzen: Viele Mitarbeitende sind stolz, wenn ihr Arbeitgeber sichtbarer Teil eines Events ist. Das stärkt die Loyalität. Oder man kann es als Incentive nutzen, etwa, indem man den drei Verkäufer:innen mit dem höchsten Umsatz Tickets für ein Spiel schenkt.
Können Marken auch von einem grossen Event profitieren, ohne tief in die Tasche zu greifen?
Absolut. Wenn Marken die WM als Aufhänger für spezielle Aktionen nutzen, ohne offizieller Partner zu sein, nennt sich das Ambush-Marketing, oder auch Trittbrettfahrer-Marketing. Beispiele sind witziger Content auf Social Media, Online-Games, die die eigene Marke mit der WM verknüpfen oder spezielle Rabattaktionen. Wer das geschickt anstellt, kann dadurch enorme Reichweite erzielen, ohne die Kosten für das Sponsoring zu bezahlen.