Bundeshaus, Illustration von Flavia Parli  

Die Schweiz und Europa: Wo stehen Horizon Europe und Erasmus+?

Die Schweiz ist der vollständigen Teilnahme an den europäischen Bildungs- und Forschungsprogrammen einen entscheidenden Schritt nähergekommen. Während Forschende bereits wieder an Horizon Europe teilnehmen können, steht die Rückkehr zu Erasmus+ ab 2027 kurz bevor. Dennoch sind noch nicht alle politischen Hürden genommen. Ein Überblick über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte.

Horizon Europe: Die Schweiz ist wieder dabei

Für die Schweizer Forschungs- und Innovationslandschaft ist die wichtigste Hürde bereits genommen: Seit der Unterzeichnung des Abkommens über die EU-Programme ist die Schweiz wieder vollständig an Horizon Europe, Euratom und dem Digital Europe Programme beteiligt – rückwirkend auf den 1. Januar 2025. Forschende, Hochschulen und Unternehmen können damit wieder als vollwertige Partner an den Programmen teilnehmen und EU-Fördergelder beantragen. Für Fachhochschulen bedeutet dies mehr Planungssicherheit und bessere Möglichkeiten, sich an internationalen Forschungs- und Innovationsprojekten zu beteiligen.

Erasmus+: Rückkehr ab 2027 auf Kurs

Auch bei Erasmus+ stehen die Zeichen auf Grün. Ziel ist, dass die Schweiz ab 2027 wieder vollständig am europäischen Austauschprogramm teilnehmen kann. Damit würden Studierende, Dozierende und Mitarbeitende erneut vom regulären Erasmus+-Programm profitieren können.

Das Parlament hat bereits wichtige Entscheide gefällt

Ein erster wichtiger Entscheid fiel in der Herbstsession 2026: Der Ständerat sprach sich für den Verpflichtungskredit von rund 193 Millionen Franken aus, damit die Schweiz ihre Teilnahme an Erasmus+ im Jahr 2027 finanzieren kann. Anfang Oktober erhielt dieser Entscheid zusätzlich Unterstützung durch die Finanzkommission des Nationalrats.

Aus Sicht von FH SCHWEIZ ist dies ein wichtiges Signal. Der Verband setzt sich seit Jahren für eine rasche und dauerhafte Rückkehr der Schweiz zu Erasmus+ ein, damit Studierende und Mitarbeitende an Fachhochschulen wieder gleichberechtigt am europäischen Bildungsraum teilnehmen können.

Was ist noch offen?

Trotz der positiven Entwicklung ist der politische Prozess noch nicht abgeschlossen. Als Nächstes wird sich der Nationalrat in der Wintersession 2026 mit dem Finanzierungskredit für Erasmus+ befassen. Erst wenn auch er zustimmt, ist die Finanzierung parlamentarisch beschlossen. 

Darüber hinaus wird das Parlament in den kommenden Monaten das gesamte Paket «Stabilisierung und Weiterentwicklung der Beziehungen Schweiz–EU» weiter beraten. Dieses bildet die Grundlage für die langfristige Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der EU, zu der auch die Beteiligung an den europäischen Programmen gehört.

Wie geht es weiter?

Verläuft der parlamentarische Prozess wie geplant, kann die Schweiz Anfang 2027 wieder vollständig an Erasmus+ teilnehmen. Für Horizon Europe ist dieser Schritt bereits vollzogen.

Für Fachhochschulen, ihre Studierenden sowie Forschende wäre dies ein bedeutender Fortschritt: Internationale Mobilität, gemeinsame Forschungsprojekte und europäische Partnerschaften würden wieder unter denselben Bedingungen möglich wie für Institutionen in den EU-Mitgliedstaaten. Damit stärkt die Schweiz ihre Position im europäischen Bildungs-, Forschungs- und Innovationsraum.