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Alkoholfreier Wein – Plan B oder echte Revolution ?

Der Weinkonsum geht zurück und schwächt einen ganzen Sektor. Zwischen Produktionszwängen und Innovationsbedarf müssen die Fachleute an allen Fronten dynamisch sein. Yann Van Vlaenderen, Präsident der Schweizerischen Önologenvereinigung (USOE), gibt uns seine Meinung zu alkoholfreiem Wein. Zukunftsversprechen oder nur ein Nischenmarkt?

Ist der Rückgang des Weinkonsums ein Problem für die USOE und ihre Mitglieder? Wie geht die Branche mit diesem Rückgang um?

Ja, natürlich bereitet uns dieser Rückgang Sorgen. In einem so unsicheren Umfeld ist es für Unternehmen schwierig, Investitionen zu tätigen. Unsere Produktionsauflagen nehmen zu. Das zwingt uns, unsere Arbeitstechniken zu überdenken, um die Kosten unter Kontrolle zu halten. Dieser Rückgang des Konsums zwingt uns, an allen Fronten, vom Weinberg bis zum Verkauf, dynamisch zu sein. Die Branche versucht, diese Situation als Chance zu nutzen, um sich für die Zukunft anzupassen.

Können alkoholfreie Weine deiner Meinung nach den Rückgang des Konsums alkoholhaltiger Weine ausgleichen?

Ja, aber nicht vollständig. Entalkoholisierte Weine (alkoholfrei oder mit reduziertem Alkoholgehalt) könnten für einen Teil der Menschen interessant sein, die ihren Alkoholkonsum reduzieren, und ein anderes Publikum ansprechen, das noch nicht von unserer traditionellen Branche überzeugt ist. Allerdings lassen die fragile Wirtschaftslage und die gesundheitlichen Bedenken noch keine klare Prognose zu.

Die neuesten Innovationen geben Anlass zu Optimismus hinsichtlich der Zukunft dieses Segments, zumal es mehrere Möglichkeiten zur Verwertung des gewonnenen Alkohols gibt.

Yann Van Vlaenderen, Präsident der USOE und Önologe im Château d'Auvernier

 

Was den Geschmack angeht, findet man dieselben Aromen wieder? Oder ist es ein Produkt, das sich deutlich anders im Mund anfühlt?

Die Technik der Alkoholreduktion hat einen großen Einfluss auf den fertigen Wein. Vor allem die Wahrnehmung des Weins im Mund wird verändert. Die Wahl der Rebsorte und deren Weinbereitung sind für die endgültige Qualität von entscheidender Bedeutung.

Werden im Château d'Auvernier, wo Sie als Önologe arbeiten, bald alkoholfreie Weine hergestellt?

Das steht kurzfristig nicht auf der Tagesordnung. Aber ich kann Ihnen sagen, dass wir in Zusammenarbeit mit der Hochschule Changins, einem Mitglied der HES-SO, mehrere Versuche mit einer neuen Technik zur Alkoholreduktion durchgeführt haben. Wir verfolgen dieses Thema also sehr aufmerksam.