«Professional Bachelor» erfordert nun viel Aufklärung
FH SCHWEIZ bedauert den Entscheid des Ständerats
Die Diskussion um «Professional Bachelor» läuft seit Jahren. Ziel war es, Abschlüsse der höheren Berufsbildung international sichtbarer zu machen. 2024 nahm der Nationalrat dazu mehrere Motionen an. Der Ständerat hat in der Herbstsession der Änderung des Berufsbildungsgesetzes zugestimmt: Die bestehenden Abschlüsse der höheren Berufsbildung bleiben zwar erhalten, neu sollen jedoch die Zusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» eingeführt werden. Damit folgt die kleine Kammer dem Entscheid des Bundesrats und schafft eine neue Bezeichnungsordnung, die in der Bildungslandschaft für Diskussionen sorgt.
Nationalrat entscheidet noch
Ein Antrag, die Titel je nach Abschluss differenzierter zu gestalten – etwa «Professional Bachelor» für die eidgenössische Berufsprüfung (BP) und «Professional Bachelor in [Fachrichtung]» für die Höhere Fachschule (HF) – wurde nur knapp abgelehnt. Das Geschäft geht nun an den Nationalrat. Es gilt als wahrscheinlich, dass auch dort eine Mehrheit die neuen Titelzusätze unterstützen wird.
FH SCHWEIZ bedauert diesen Entscheid. Aus Sicht des Dachverbands der Fachhochschulabsolvent:innen droht durch die Einführung des «Professional Bachelor» eine zunehmende Verwirrung, sowohl bei Arbeitgebenden als auch in der Öffentlichkeit. Die Nähe zum bestehenden FH-Bachelorabschluss dürfte zu Missverständnissen führen und die klare Positionierung der Fachhochschulen schwächen.
Gemeinsam mit der Kammer FH von swissuniversities arbeitet FH SCHWEIZ derzeit an einem Positionspapier. Es soll unter anderem Wege aufzeigen, wie der FH-Abschluss gestärkt und die Unterschiede zu anderen Bildungswegen klar kommuniziert werden können.
Nun ist Aufklärungsarbeit nötig
Nun gilt es, die Bildungslandschaft auf die neue Situation vorzubereiten und die Arbeitgebenden gezielt zu informieren. Denn eines ist klar: Wenn der «Professional Bachelor» Realität wird, braucht es umso mehr Aufklärungsarbeit.