Unser Einsatz im Ständerat für eine starke FH mit PhD


Toni Schmid | GF FH SCHWEIZ14.05.2020

Die Kommission Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerates (WBK-S) hat im Hinblick auf die Vorberatung der Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI-Botschaft) Anhörungen durchgeführt. FH SCHWEIZ wurde an das Hearing der WBK-S eingeladen. FH SCHWEIZ bat im Rahmen dieser BFI-Botschaft einige Aktualitäten zu berücksichtigen, aus unserer Sicht wichtige Formulierungen anzupassen und fehlende Aspekte zu ergänzen.

Der Bundesrat legt dem Parlament alle vier Jahre – abgestimmt auf die Legislaturplanung – eine Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) vor. Der Bundesrat beantragt ans Parlament in der BFI-Botschaft für die Jahre 2021–2024 knapp 28 Milliarden Franken. Das sind 2 Milliarden mehr als in der Förderperiode 2017-2020. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von nominal 2.2 Prozent.

 

Aktualitäten berücksichtigen

  • Der Schweizerische Nationalfond und die Innosuisse sind die beiden Gefässe, über die der Bund die Forschung und Innovation an Hochschulen fördert. Die Hochschulen haben und sollen weiterhin unterschiedliche Profile haben. Deshalb sind die Gesuchskriterien zur Erlangung von Forschungsgelder bei SNF so anzupassen, dass auch Fachhochschulen zum Zug kommen. Zudem gilt es aus aktueller Lage, Innosuisse für dringend notwendige wirtschaftliche Impulse zu nutzen und im Rahmen der COVID19-Krise die Gesuchskriterien anzupassen (siehe Motion 3239 «Covid-19: Gezielt in Forschung und Entwicklung investieren»)
  • Die zugrundeliegenden Wachstumszahlen Kredit (+2%) versus Studierende an Fachhochschulen (+3.1%) stimmen nicht überein und sollen angepasst werden.
  • Genauso muss die Aussage nun natürlich leider korrigiert werden, wonach die Berufsbildung gut aufgestellt und der Lehrstellenmarkt stabil sei.

 

Anpassung Formulierungen

  • Der Bund spricht von einer «Ausbildung von praxisorientierten Fachkräften». Aus unserer Sicht müsste dies «praxisorientierte Ausbildung von Fachkräften» heissen.
  • Dass die digitalen Skills gefördert werden, begrüssen wir sehr. Genauso – auch das zeigt COVID19 anschaulich – zählen aber auch soziale Kompetenzen, was zu ergänzen ist.
  • Bei der weltweiten Exzellenz in der Forschung muss die angewandte Forschung für die Schweiz auch gemeint sein.

 

Fehlende Aspekte

  • Im Rahmen der projektgebundenen Beiträge sind Pilotprogramme für den Nachwuchs auf dritter Stufe (Doktorat bzw. gem. Bologna PhD genannt) -> die damit verbundene Kooperation zwischen universitärer und Fachhochschule ist ein Ansatz, aber nur dann, wenn die beiden Hochschultypen – was bei Kooperationen ja auch in der Wirtschaft üblich ist - gleichwertig zuständig sind für Programm und Titelvergabe. Wird dies nicht angepasst, werden viele Programme scheitern.
  • Wir wissen, dass die Meinungen zu einer eigenständigen 3. Stufe an Fachhochschulen kontrovers diskutiert werden. Fachhochschulen haben mit dem Bachelor und mit dem Master ein eigenständiges Profil aus Wissen, Praxis und angewandte Forschung. Das gilt für alle Stufen. Nur die Verhältnisse ändern sich. Und dasselbe gilt auch für die 3. Stufe, das PhD. Ein solches ist deshalb zu ermöglichen, wenn die Rahmenbedingungen gegeben sind. Siehe dazu auch www.fhschweiz.ch/phd
  • Abschliessend die gezielte Förderung von studentischen Start-up-Projekten. Diese sollten bei den projektbezogenen Beiträgen mit 10-15 Millionen Franken ergänzt werden.

Weitere Informationen zur BFI-Botschaft 2021-2024

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