SzenenWechsel und ProVielfalt


Hans-Jürg Rickenbacher (1) | Beirat FH SCHWEIZ Sänger und Dozent HSLU03.04.2020

Szenenwechsel, das Musikfestival der Hochschule Luzern, bespielte auch 2020 wieder Räume quer durch Luzern in Besetzungen von der Solostimme bis zu Big Band und Sinfonieorchester in Grossformationen.

Von den sieben faszinierenden Abenden seien hier die beiden herausgegriffen, in welchen die Stimme im Zentrum stand:

Das Studio für zeitgenössische Musik legte mit Upon Silence, Titel und Programm vom Donnerstagabend im Neubad, den Schwerpunkt auf neuere Vokalmusik und Frauenpower: die Sängerinnen Daniela Argentino, Serafina Giannoni, Emilie Inniger, Lara Liechti, Lucrezia Lucas und Julia Zeier wurden von unserer neuen Kollegin und international erfolgreichen Spezialistin Sarah Maria Sun zu Höchstleistungen angeleitet und belebten die Werke von Luigi Nono und George Benjamin mit stimmlicher Vielfalt und einem enormen Farbenspektrum. Zusammen mit den Instrumentalwerken von Johannes Ockeghem, Morton Feldmann und Nik Bärtsch überspannte das Programm sagenhafte sieben Jahrhunderte Musikgeschichte in Raum und Zeit – verspielt, leicht und faszinierend. Einstudierung: Sarah Maria Sun, Stefan Wirth und Erik Borgir


Gesangsstudierende überschreiten Grenzen

Ebenso farbig und grenzüberschreitend gestalteten Gesangsstudierende aus Klassik, Jazz, Volksmusik den vokalen Abend In stiller Nacht… vom Freitag, 31. Januar 2020 im Marianischen Saal. Alexandra Jud, Institutsleiterin Klassik und Ideengeberin des Abends, schreibt zum Programm:


Stille, Nacht und Finsternis sind typische Themenbereiche, mit denen sich Liedkomponisten der Romantik und Spätromantik auseinandergesetzt haben – unter ihnen auch Johannes Brahms. Dass aber das musikalische Ergründen von Gefühlslagen wie Melancholie, Sehnsucht und Einsamkeit und vielleicht sogar der menschlichen Endlichkeit nicht nur für das klassische Liedrepertoire äusserst inspirierend ist, wird durch die Bereicherung des Programms durch Folksong Arrangements und Schweizer Volkslieder eindrücklich unter Beweis gestellt. Und keineswegs nebenbei wird dadurch auch die Quelle des Brahms’schen Kunstlieds erlebbar gemacht, welches massgeblich von der Volksliedtradition beeinflusst war. So lassen Gesangsstudierende aus unterschiedlichen Profilen und in verschiedenen Besetzungen gemeinsam ein stilistisch vielseitiges Programm erklingen, das ganz im Zeichen der Stille steht!


Auf zum Südpol

Dieser stimmige Abend war nicht bloss die langersehnte Profi(l)-Vereinigung unserer dynamischen Gesangsabteilungen, sondern auch ein Präludium auf das gemeinsame Dach, unter welches wir voraussichtlich im Sommer ziehen werden. In den vielversprechenden neuen Räumen auf dem Campus Südpol werden solch an-, ver- und be-rührende Programme hoffentlich bald zum aussergewöhnlichen Alltag gehören und Menschen und Musiken verschiedenster couleur zusammenbringen. Der SzenenWechsel 2020 ist Geschichte, mögen die Profi(l)-Spiele beginnen!


Dieser Beitrag ist als Erstpublikation und in voller Länge auf auf dem Blog der Hochschule Luzern erschienen. 

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