Nalda.ch: Schweizer Tech-Startup hebt ab

Laura Weiler
Nalda
  • 02.11.2023
  • 4 min
Die günstigsten Preise auf über 14 Millionen Artikel mit kostenloser Express-Lieferung weltweit in rund 200 Länder: Das verspricht das Startup Nalda der beiden Brüder Tizian und Florentin Fischer. Die ehemaligen Banker haben mit nalda.ch eine Plattform für Bücher, eBooks, Hörbücher, Spiele, Kalender und verschiedene andere Artikel entwickelt, die dabei ist, den Online-Buchhandel aufzumischen - einen Markt, in dem jährlich allein im deutschsprachigen Raum über 10 Milliarden Euro umgesetzt werden.

«Mit einer schlanken Unternehmens- & Kostenstruktur, globalem Netzwerk und KI-Pricing-Algorithmus ermöglichen wir unseren Kunden die besten Preise für mehr als 14 Millionen Artikel weltweit in allen 192 Ländern und bieten gleichzeitig ein intuitives Benutzererlebnis basierend auf modernster Technologie und Infrastruktur. Vom Performance-Marketing bis zur Logistik ist dabei alles zu 100% automatisiert. Und das Beste: Für jeden verkauften Artikel pflanzen wir einen Baum in Madagaskar und bekämpfen so Klimawandel und Armut.»

Die Strategie scheint zu funktionieren. Allein mit Nalda books, einem von insgesamt vier Geschäftsbereichen, peilt die Nalda AG einen Jahresumsatz von über 20 Millionen Euro an und ist damit innerhalb von kürzester Zeit zu einem der grössten Online-Buchhändler im deutschsprachigen Raum geworden. Bemerkenswert bei diesen hohen Wachstumsraten ist insbesondere auch, dass das Startup dank positivem Working Capital und gesunden Margen bis anhin noch auf keine Finanzierungsrunden angewiesen war und sich somit nach wie vor zu 100% im Besitz der beiden Brüder befindet. Eine absolute Ausnahme in der Startup-Szene.

Firma expandiert in weitere Bereiche

Gleichzeitig expandiert das Tech-Startup auch in andere Bereiche. Mit Nalda students haben die Brüder eine Lehrmittel-Plattform ins Leben gerufen, die sich an SchülerInnen und Studierende richtet. Bei Nalda students gibt es nicht nur Bücher, sondern jegliche Lehrmittel, die für die Ausbildung benötigt werden wie Zusammenfassungen, Prüfungen und Lösungen. Ausserdem können diese von den Studierenden nicht nur gekauft, sondern auch verkauft werden. So möchte das Zürcher Startup Studierenden ein erschwinglicheres Studium ermöglichen und gleichzeitig durch Mehrfachnutzung und dem Pflanzen von einem Baum pro verkauftem Artikel einen nachhaltigeren Umgang mit knappen Ressourcen fördern. 

«Wir wollen mit unserem Engagement für SchülerInnen und Studierende den Zugang zu wertvollen Lernressourcen einfacher und erschwinglicher machen», sagt Tizian Fischer. «Im deutschsprachigen Raum sind rund vier Millionen Studierende an öffentlichen Hochschulen immatrikuliert. Viele davon schreiben als Prüfungsvorbereitung qualitativ hochwertige Zusammenfassungen. Anstatt diese für sich zu behalten, können diese auf der Plattform mit Kommilitonen geteilt und damit neben dem Studium Geld verdient werden.» 

Neben Zusammenfassungen zählen über 14 Millionen Bücher und das «Free-Study-Set» zum Sortiment. «Das Free-Study-Set beinhaltet alles, was für die Ausbildung benötigt wird: einen hochwertigen Notizblock, Kugelschreiber, Bleistift, Leuchtstift, Post-Its und vieles mehr und kann von Studierenden kostenlos nach Hause bestellt werden.» Finanziert wird das Set von Unternehmen, welche Studierende für Employer Branding erreichen möchten. Dazu zählen unter anderem grosse Consulting Firmen. «Mit dem Free-Study-Set haben wir es geschafft, eine Win-Win-Situation zu erzielen: Studierende erhalten kostenlose Lernutensilien, und die Unternehmen werden als Sponsor sehr positiv von den Talenten von morgen wahrgenommen. Wir sind davon überzeugt, dass dies ein wichtiger Schritt in Richtung Bildung für alle ist.»

UnterstĂĽtzung aus dem Silicon Valley

Zuletzt wurde auch Google auf das Schweizer Startup aufmerksam. «Als sogar der Riese aus dem Silicon Valley auf uns zukam und uns als eines von wenigen ausgewählten Startups ins Google Accelerator Growth Program aufnahm, wussten wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Neben der fachlichen Unterstützung helfen uns auch die 200'000 USD, welche wir vom Google Cloud Program erhalten, und in modernste Infrastruktur investiert haben. Mit diesem Rückenwind können wir nun weltweit skalieren und wollen im nächsten Jahr die magische Grenze von 100 Millionen Euro Jahresumsatz knacken.»

 

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