«Manchmal muss man den Mut haben, etwas zu beginnen und, wenn es nicht passt, wieder abzubrechen um zu merken, was einen wirklich glücklich macht»


Annina Dotta FH SCHWEIZ04.03.2019

Es ist nicht immer einfach, sich für etwas zu entscheiden. Wenn man vor der Entscheidung der Studienrichtung steht, kann es sehr schwierig werden, sich auf eine Richtung festzulegen, vor allem wenn man so entscheidungsunfreudig ist wie ich. Trotzdem ist es genau in diesem Moment wichtig, dass man einfach mal ausprobiert. Sollte es dann tatsächlich nicht klappen, nimmt man einen zweiten oder dritten Anlauf, um schlussendlich an sein Ziel zu gelangen.

Was mich betrifft, wusste ich schon immer, dass ich nach meiner Erstausbildung ein Hochschulstudium in Angriff nehmen möchte. Vor einem Jahr stand ich dann vor der Entscheidung, die, wie ich glaubte, mein ganzes Leben beeinflussen würde: Was möchte ich studieren? Es gab so viele Möglichkeiten und so viele Studiengänge, die mich interessierten. Designmanagement, Business Communications, Pädagogische Hochschule, Betriebsökonomie oder doch lieber Innenarchitektur? Die Möglichkeiten waren endlos. Ich ging an diverse Infoveranstaltungen und konnte mich schlussendlich auf zwei Studiengänge beschränken. Entweder wollte ich mit dem Kommunikationsstudium-Studium an der HWZ weiter in Richtung Wirtschaft gehen oder in den Lehrberuf einsteigen mit einem Studium an der PH Zug. Beide Studiengänge fand ich extrem spannend und beide brachten so viele verschieden Vorteile mit sich –  was es mir noch schwerer machte, mich auf einen festzulegen.

 

Da ich gerade dabei war, die Wirtschafsmittelschule mit meinem Praktikumsjahr bei der FH SCHWEIZ abzuschliessen und sich mir die Möglichkeit bot, nach meinem Praktikum fest angestellt zu werden, lag mir das Studium an der HWZ einfach viel näher. Es ging alles perfekt auf: Ich konnte 60 % weiterarbeiten, um Berufserfahrung zu sammeln und gleichzeitig an der HWZ studieren.

Also beschloss ich, mich für das Kommunikationsstudium an der HWZ einzuschreiben. Ein gutes halbes Jahr später, im September 2018, fand endlich der erste Schultag statt. Ich war völlig begeistert. Die HWZ war und ist eine super Schule und meine Klasse fand ich auch toll. Es gab also nichts, was gegen vier spannende Ausbildungsjahre gesprochen hätte. Nur bemerkte ich im Verlaufe des ersten Semesters, dass Wirtschaft doch nicht ganz das ist, was mich wirklich begeistert und ich konnte mir auch nicht vorstellen, nach meinem Studium jahrelang im Bereich Wirtschaft tätig zu sein. Ich arbeite zwar grundsätzlich nicht ungern im Büro, aber ich spürte immer mehr, dass ich den Beruf nicht längere Zeit ausüben möchte.

Also beschloss ich vor circa zwei Monaten nach reiflicher Überlegung, mein Studium an der HWZ zu beenden. Diese Entscheidung fiel mir überhaut nicht leicht. Was es mir besonders schwer machte, waren die tollen Freundschaften, die ich in dieser kurzen Zeit geschlossen hatte. Aber ich konnte mein Studium und meine Zukunft ja nicht nach meinen neu gewonnen Freunden richten. Zudem war mir bewusst, dass mein Team im Büro auf mich zählte. Ich hatte also ein richtig schlechtes Gewissen...

Doch meine Familie und Freunde unterstützten mich in meiner Entscheidung. Als ich nach den Weihnachtsferien meinem Chef und dem ganzen Team meine neuen Pläne mitteilte, stellte sich heraus, dass ich auch auf ihre Unterstützung zählen konnte.

 

"Wie geht es jetzt weiter? Was sind deine Pläne?" ist jetzt für mich keine schwierige Frage mehr. Ich habe mich für das Studium an der Pädagogischen Hochschule in Zug entschieden. Ich bin mir sicher, dass dies für mich die richtige Berufswahl ist.

 

Trotzdem bin ich froh, dass ich mich zuerst für das Kommunikations-Studium entschieden hatte. Ich konnte tolle Leute kennenlernen und an einer super Schule ein Semester lang interessante Erfahrungen sammeln. Die HWZ würde ich jedem weiterempfehlen, der sich für ein berufsbegleitendes Wirtschaftsstudium interessiert. Die Dozenten sind freundlich, kompetent und erzählten von ihren vielen Erfahrungen aus der Praxis, wovon man sehr profitieren kann. Für mich war es eine Erfahrung, die mein Leben bereichert hat. Ich nehme so viel mit. Das Wichtigste für mich ist jedoch, dass ich nun weiss, was ich in Zukunft machen möchte. Es kann so schwer sein heutzutage, den richtigen Beruf bzw. die richtige Stelle zu finden. Das Wichtigste in dieser Findungsphase ist jedoch, dass man sich nicht in teilweise unrealistischen Vorstellungen verliert. Zudem muss man den Mut haben, einfach mal ein Studium zu beginnen, und, sollte es doch nicht passen, in sich hineinzuhorchen, um herauszufinden, was einen wirklich erfüllt und glücklich macht.

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