KV-Reform - Zwei Fremdsprachen für alle Lernenden



In der KV-Reform wurde im Fremdsprachenkonzept eine neue Variante zur Vermittlung der Fremdsprachen vorgestellt. Diese Variante sieht vor, dass alle Lernenden zwei Fremdsprachen erwerben. Somit ist gesichert, dass nebst Englisch auch eine Landessprache vermittelt wird (oder umgekehrt). Das SBFI hat dazu eine Anhörung durchgeführt. FH SCHWEIZ ist in der Stellungnahme mit dem neuen Vorschlag einverstanden. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung und eine gute Lösung zum in der ersten Stellungnahme eingebrachten Punkt «Sprachen sind wichtig und für Auszubildende wie für Ausbildner verbindlich zu regeln».

Das SBFI ist zur Frage der Fremdsprachen bei der Reform Kaufleute EFZ mit einer Variante in die erste Anhörung gegangen. Der Originaltext der Bildungsverordnung besagt, dass die Kantone über die zu vermittelnde Fremdsprache eigenständig entscheiden (eine Landessprache oder Englisch). Die Variante schreibt als erste Fremdsprache eine Landessprache vor.


Warum der neue Vorschlag?

Das von der Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz (SBBK) mandatierte Nationale Koordinationsgremium (NKG) hat eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe zur Frage der Fremdsprachen eingesetzt. Sie hat sich mit den im Rahmen der ersten Anhörung des SBFI kommunizierten Möglichkeiten für die obligatorische Fremdsprache auseinandergesetzt. Dabei wurden die Vor- und Nachteile sowie die Folgen für deren Umsetzung analysiert und eine neue Variante (2. Variante) vorgeschlagen. Sowohl die SBBK wie auch die SKKAB (Trägerin der beruflichen Grundbildung Kaufleute EFZ) finden diese neue Variante unterstützungswürdig. Diese Variante sieht vor, dass alle Lernenden zwei Fremdsprachen erlernen. Somit ist gesichert, dass nebst Englisch auch eine Landessprache vermittelt wird (oder umgekehrt). Leider hat auch diese Variante Nachteile, welche es abzuwägen gilt (das Anspruchsniveau für Lernende, die nicht sprachenaffin sind, steigt und die Durchlässigkeit EBA-EFZ wird erschwert).


Was sagt FH SCHWEIZ zum neuen Vorschlag?

Sprachen sind sehr wichtig und werden wichtig bleiben. Gerade auch im kaufmännischen Bereich brauchen die Lernenden, die später weiterkommen möchten, Sprachen. Die Beherrschung von Sprachen ist nicht nur in der Berufswelt wichtig, sondern auch für ein zukünftiges Fachhochschulstudium. Wir sind mit dem neuen Vorschlag zum Fremdsprachenkonzept (Variante 2) einverstanden. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung und eine gute Lösung zu unserem in der ersten Stellungnahme eingebrachten Punkt «Sprachen sind wichtig und für Auszubildende wie für Ausbildner verbindlich zu regeln». So wird gesichert, dass durch die Reform die Sprachen nicht abgeschwächt werden, sondern an Gewicht gewinnen.

Für den Übertritt nach der Lehre in die BM2 (Berufsmaturität durch Besuch einer Berufsmaturitätsschule im Anschluss an die berufliche Grundbildung), um danach ein Fachhochschulstudium in Angriff nehmen zu können oder auch in Ausbildungen im Bereich Tertiär B, ist meist eine zweite Landessprache sowie konkret Englisch notwendig. Im Fachhochschulstudium spielt Englisch eine tragende Rolle. Es ist gut, dass Englisch gesichert wird. Genauso soll aber auch Wert auf eine zweite Landessprache gelegt werden. Welches die erste Fremdsprache und welches die zweite Fremdsprache (eine davon eine Landessprache) sein soll, sollten der Lehrbetrieb zusammen mit dem Lernenden festlegen können. Nur so kann den unterschiedlichen Bedürfnissen der Branchen, der einzelnen Betriebe in den verschiedenen Landesteilen sowie den Vorkenntnissen der angehenden Lernenden gerecht werden.

Wir geben aber auch zu bedenken, dass abseits der Jugendlichen, für die ein zukünftiges Fachhochschulstudium in Frage kommt, mit der Einführung von zwei Fremdsprachen das Leistungsniveau der Ausbildung erhöht wird. Wir befürchten, dass aus einem eidgenössischen Berufsattest (EBA) das EFZ damit fast nicht mehr machbar ist und die Erlangung in zwei Jahren unrealistisch wird.


>> Mehr Informationen zur Stellungnahme der FH SCHWEIZ zum Fremdsprachenkonzept in der KV-Reform

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