How (not) to: Studieren


Angela Cantieni | Studentin Hochschule Luzern | 03.10.2018

Diesen Monat sind viele Neustudenten in die tiefen Wasser des Studentenlebens eingetaucht. Als Studentin im 5. Semester kann ich auf fast zweieinhalb Jahre Studienerfahrung zurückblicken und habe gelernt wie studieren (nicht) geht.

«Sie, ich ha da no en Frag»

Lerne und nutze diesen Satz, denn er ist der Lieblingssatz aller Dozenten, Mitstudenten und sonstigen Vorlesungsbeteiligten. Darauf stellst du dann eine gar nicht zeitintensive Frage, die bestimmt sehr wertvoll für den Unterricht und deinen Lernfortschritt ist. Und egal um was es geht, zeige deine Begeisterung auch für themenfremde Fragen. Denn schliesslich bist du an der Fachhochschule um von den Dozenten zu lernen und nicht um selbstständig etwas nachzuschlagen. Augenrollen deiner Mitstudenten ist ein Zeichen, dass du alles richtig machst. Sei immer (un)vorbereitet.

 

Stundenlang irgendwelche Wälzer lesen?

Nicht du, die Zeit kannst du anders gebrauchen. Warum auch lesen, wenn der Professor eh den ganzen Stoff im Unterricht erklärt. Aussagen wie «Das ist trivial» «das können Sie selbst herleiten» oder «das wird im Lehrbuch besser erklärt», wirst du sicher nie zu Ohren bekommen. Also spar dir lieber die paar hundert Franken für die Bücher und kauf sie gar nicht erst.

 

Flexibles Zeitmanagement

Es ist doch immer noch genügend Zeit, um etwas zu erledigen. Warum sich also Stress machen? Wenn andere dir «Prokrastination» vorwerfen, nenne es einfach «flexibles Zeitmanagement». Und nein, es ist sicherlich keine schlechte Idee den Leistungsnachweis am Abend vor der Abgabe anzufangen. Druck fördert doch nur die Kreativität. Und wenn du die Arbeit noch drucken musst, keine Sorge. Das reicht auch noch eine Viertelstunde vor der Abgabe. Immerhin riechen Drucker deine Angst nicht und funktionieren in solchen Situationen immer hervorragend.

 

Nicht ohne Kaffee

Du brauchst ihn. Lass dir das von niemandem ausreden. Egal wie viel Geld du jeden Tag, jede Woche oder jeden Monat dafür ausgibst. Es muss ein «Venti Caramel Macchiato mit extra Caramel und Sojamilch» sein. Wie sonst solltest du es wach an die 11-Uhr-Vorlesung schaffen? Ausserdem schmeckt er doch soooo gut. Mithilfe deiner täglichen Koffeinzufuhr kannst du auch einige Stunden an Schlaf sparen und den ganzen Stoff für die morgige Semesterprüfung aufholen. Das kann ja nicht so viel sein. Oder?

 

Fazit

Aber wenn du dann übermüdet am nächsten Morgen mit dem Kopf auf dem Schreibtischliegend aufwächst, wirst du sicher merken, dass dein «flexibles Zeitmanagement» doch nicht mehr so flexibel ist, dass der Kaffee doch nicht genügend Schlaf ersetzen kann und dass du das nächste Mal die Bücher nicht nur kaufen, sondern auch lesen solltest. Aber lieber «Freshman» keine Angst. Das wirst du alles sicher noch lernen. Immerhin hast du die nächsten drei Jahre Zeit dafür.

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