Das ist der Neubau der Hochschule Luzern – Musik


Guy Studer FH SCHWEIZ26.08.2020

«Kampus Südpol» heisst das neue Herz der Zentralschweizer Musik-Szene. Die Hochschule hat das neue Musikgebäude vorgestellt, in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Orchesterhaus mit Proberäumen des Luzerner Sinfonieorchesters sowie dem Kulturzentrum Südpol mit Musikschul- und Theaterräumen. Dieser Cluster zwischen Autobahn, Industrie und Naherholungsgebiet soll künftig international ausstrahlen.

Erst einmal zum Namen: «Kampus» steht kurz für Kultur-Campus. Und Südpol heisst das bereits seit zwölf Jahren bestehende Kulturzentrum mit Räumen für die Musikschule, das Luzerner Theater sowie Veranstaltungen. Es steht südlich von Luzern an der Stadtgrenze.


Statt vier nun ein Standort

Neu dazugekommen sind nun zwei markante Neubauten, die den Medien am Mittwoch, 26. August, vorgestellt wurden. Allem voran der Neubau der Hochschule Luzern – Musik. Bisher waren die vier Institute auf vier Standorte verteilt. Nun finden sich Klassik, Jazz, Volksmusik, Pädagogik, Neue Musik, Komposition und Kirchenmusik in einem Gebäude wieder. Und dieser hat es in sich: Von flexibel nutzbaren Übe- und Unterrichtsräumlichkeiten, einer öffentlichen Bibliothek und einem Club bis hin zum Konzertsaal für 280 Gäste: Der Neubau bietet eine topmoderne Infrastruktur und erfüllt die verschiedensten Ansprüche eines kreativen Kompetenzzentrums für musikalische Bildung. Das Gebäude ist durchdacht und mit klugen und mutigen Details versehen. So ist der Club, ein kleinerer Konzertraum, direkt mit der Cafeteria verbunden. Vier Räume sind als sogenannte Klangtürme gestaltet mit geringer Fläche aber über alle Stockwerke reichende Höhe. Sie dienen so als Experimentierräume. Ebenso die Blackbox, ein grosser, in Schwarz gefasster Raum mit Platz für bis zu 300 Personen, der modular bespielt werden kann und sich ebenfalls für experimentelle Musik eignet. Und im Konzertsaal lassen sich, wie heute üblich, Konzerte mitschneiden, allerdings lassen sich sämtliche 67 Räume des Gebäudes dazu schalten, wie Valentin Gloor nicht ohne Stolz erklärte. 


Mit dem Südpol, dem Luzerner Theater, der Musikschule der Stadt Luzern und neu dem Luzerner Sinfonieorchester (siehe Box) und der Hochschule Luzern – Musik sind nun gleich fünf Institutionen auf einem Areal beheimatet und bilden einen einzigartigen Musik-, Kultur- und Bildungs-Cluster. Kaum zu erwähnen, dass man hier auf gemeinsame Synergien setzt. Wie die verantwortlichen Anwesenden betonten, sei gerade die Nähe zwischen Studierenden und bereits als Profis ausführenden Musikern eine grosse Bereicherung für den Standort und ein Gewinn für den Kulturplatz. 


Kosten von 81 Millionen Franken

Für Markus Hodel, Rektor der Hochschule Luzern, war der Neubau eine Herzensangelegenheit: «Dieser Bau hat mich die letzten acht Jahre stark beschäftigt», sagte er unumwunden. Zum einen sei es zu baulichen Herausforderungen gekommen, aber auch bei der Akustik, bei welcher man keine Kompromisse gemacht habe. Entstanden sind in dieser Zeit rund 8000 Quadratmeter Nutzfläche für über 500 Bachelor- und Master-Studierende, knapp 500 Weiterbildungsteilnehmende (MAS, DAS, CAS, Kurse) sowie rund 200 Mitarbeitende.
Valentin Gloor, Direktor der Hochschule Luzern – Musik sagte dazu: «Lehre und Forschung und all unsere musikalischen Sparten rücken noch näher zusammen. Unser Haus wird ein offener, lebendiger Ort der Kreativität, des Lernens und des Austauschs. Hier begegnen sich Studierende, Mitarbeitende, Partner-Institutionen und ein musikbegeistertes Publikum.»
Gebaut und finanziert wurde das neue Hochschulgebäudes übrigens von der Luzerner Pensionskasse, die dafür 81 Millionen Franken investierte. Gedauert hat der Bau knapp drei Jahre.


Der Neubau ist ein Meilenstein in der Strategie der Hochschule Luzern, die Konzentration der Standorte voranzutreiben. Bereits letztes Jahr wurde das Departement Informatik in Rotkreuz eröffnet, mit Teilen des Departements Wirtschaft. 2025 beziehen das Departement Wirtschaft und soziale Arbeit gemeinsamen Standort in einem Neubau beim Luzerner Bahnhof. Und 2029 soll die Sanierung und Erweiterung des Standorts Horw (Technik & Architektur) abgeschlossen sein.

Orchesterhaus nebenan von denselben Architekten

Mit dem Neubau für die Hochschule Luzern – Musik beauftragt war die Arbeitsgemeinschaft Enzmann Fischer und das Büro Konstrukt. Wie der Zufall will, erhielt dasselbe Büro auch den Zuschlag für das separat (und anonym) ausgeschriebene Projekt zum Bau des Orchesterhauses nebenan. Bauherrin ist dort das Luzerner Sinfonieorchester, welches sich seit dem Bau des KKL in Luzern zu einem nationalen Spitzenorchester mit internationalem Renommee gemausert hat, allerdings seit Jahren keine befriedigende Probesituation hat. Entsprechend gross ist die Freude von Intendant Numa Bischof-Ullmann, der die Räumlichkeiten nun der Öffentlichkeit präsentieren konnte. So stehen Einzelproberäume ebenso zur Verfügung wie Registerproberäume, ein Schlagzeugraum mit akustischer Dämmung, ein Raum für Musikvermittlung und ein Zimmer für den Chefdirigenten. Und natürlich der grosszügige Proberaum, der nebst Platz für ein Sinfonieorchester auch Raum für einen Chor bietet. Dieser ist vollständig in Eichenholz gekleidet und verfügt über eine erstklassige Akustik. Eine grosszügige, hoch geschnittene Glasfläche bringt Licht hinein und gibt den Blick frei auf den Pilatus sowie auch auf die Nachbarn von der Hochschule. Gekostet hat das Orchesterhaus, welches auch von anderen Orchestern genutzt werden kann, rund zehn Millionen Franken. Davon hat das Luzerner Sinfonieorchester beachtliche 90 Prozent durch private Geldgeber, darunter einem Crowdfunding, finanziert.

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