Austauschsemester in Newcastle, England


Julia Egli | Studentin | HSLU05.02.2019

Ich weiss noch genau, wie ich vor drei Wochen mir nicht vorstellen konnte bald in Newcastle, England leben zu können. Ohne meine Freunde, meine Berge um mich herum, den Dialekt verstehen zu können oder nicht unser gutes Schweizer Wasser aus dem Hahn trinken zu können. Doch hier bin ich und nun fühlt es sich so an, als währe ich nicht erst 2 Wochen in Newcastle sondern schon 2 Monate.

Doch von Beginn an. Mein Start hier hat eher harzig angefangen. Ich bin an einem Samstagabend in meiner Unterkunft angekommen und da die Rezeption nur unter der Woche besetzt ist, habe ich den Securitas-Service anrufen müssen, nach 20 Minuten kam der dann auch und gab mir meine Schlüssel. Wie  sich herausstellte, waren diese aber nicht für mein Zimmer sondern für dieses meiner Nachbarin vorgesehen (Ich wohne mit drei anderen Studenten in einer WG). Nach einer Stunde hatten sie dann den richtigen Schlüssel gefunden und ich konnte mein Zimmer beziehen, welches kälter war als vor dem Haus. Der einzige Heizkörper war munzig und mit einem Regler vorgesehen, sodass man ihn alle 2 Stunden neu einschalten musste. Die Matratze hatte ihren Namen nicht verdient und ich wollte eigentlich nur wieder zurück zu meinem Schweizer Ausbaustandard. 

 

Nach diesem Start ging ich in der ersten Woche jeden Tag in die Bibliothek, da ich für meine Prüfungen an der HSLU lernen musste. Hier können sich die Schweizer Bibliotheken mehr als eine Scheibe abschneiden. Modern, hell, verschiedene Einzel- oder Gruppenarbeitsplatz-Möglichkeiten, 24h Zugänglichkeit und einen 24h Helpdesk stehen allen Studenten zur Verfügung.


Nach der ersten Woche in England, 2 Prüfungen und sehr einsamen Abenden mit vielen Facetime-Stunden mit meinen Liebsten zu Hause, fühlte ich mich sehr alleine. Da noch keine Startveranstaltung der Uni begonnen hatte und ich so auch noch keine Austauschstudenten kennenlernen konnte. Das änderte sich in der Einführungswoche jedoch sofort. Noch nie hatte ich so eine coole Gruppe von Leuten. Jeden Tag haben wir uns in anderen Pubs getroffen, sind in die Clubs gegangen, haben uns in Kaffees getroffen oder sind zusammen essen gegangen. Ab und zu hatten wir auch Einführungsveranstaltungen, jedoch nehmen die Engländer dies seeehr gelassen.
Etwas was mich in dieser Einführungswoche sehr beeindruckt hat, war, wie die Universität sich um die Sicherheit der Studenten kümmert. Wir haben Zugang zu einer App bekommen. Falls wir auf dem Campusgelände oder in der Studentenunterkunft sind und etwas Verdächtiges beobachten oder in Not sind, können wir die App öffnen & einen Knopf drücken und in weniger als 5 Minuten wäre die Securitas bei unserm Standort. Ausserdem können wir einen Selbstverteidigung Kurs von der Schule mit den Securitas besuchen.


Zu den Austauschstudenten muss gesagt werden, dass hier etwa 1/3 Franzosen sind. Der Rest ist kunterbunt durchmischt. Von Amerika (tagtäglich fallen Witze über Trump) über Mexico, Portugal, Griechenland, Italien, Deutschland, den Niederlanden, Irland, Schottland, Dänemark, Litauen, Indien und China. Fun Fact: die Hälfte aller Studenten können Deutsch. Aber ausser den Deutschen, reden wir wirklich nur Englisch (& 1/3 Französisch).

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